Merz: «Wollen uns nicht länger unter Wert verkaufen»

18.03.2026 14:57

Die Folgen des Kriegs im Iran sind immer mehr zu spüren, während der
Ukraine-Krieg weiter tobt. Für den Bundeskanzler kommt es
geopolitisch nun vor allem auf eins an.

Berlin (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ruft die
Europäische Union zu mehr Selbstbewusstsein und den Einsatz
bestehender Machtmittel auf. «Wir Europäer, wir müssen geschlossen
und zielstrebig unsere Sicherheit und die Verteidigung unserer
Freiheit selbst in die Hand nehmen», sagte Merz in einer
Regierungserklärung zum bevorstehenden EU-Gipfel im Bundestag. «Und
wir müssen nicht zuletzt geschlossen und zielstrebig auch die
Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft wiederherstellen.»

Merz rief in Erinnerung, dass die EU rund 100 Millionen Einwohner
mehr habe als die Vereinigten Staaten von Amerika. Im Sinne größerer
Selbstachtung solle man sich der eigenen Stärke vermehrt bewusst
sein. «Wir wollen uns nicht länger unter Wert verkaufen», sagte
Merz. 

«Wir identifizieren unsere Interessen und identifizieren zugleich die
Machtmittel, um diese Interessen auch durchzusetzen», so der Kanzler
weiter. «Wir lernen: Die anderen sind auch von uns abhängig - nicht
nur wir von ihnen. Und wir lernen, dass wir das auch einsetzen
können, ja einsetzen müssen.»

In Inneren wie geopolitisch wolle die Bundesregierung wieder mehr
Handlungsspielräume schaffen. Mehr als je zuvor sei ein vereintes
Europa dabei «die einzige Garantie und die wichtigste Garantie, die
wir für unsere Zukunft haben». Dies sei niemals besser zu spüren
gewesen als in diesen Tagen und Wochen, sagte Merz auch vor dem
Hintergrund des Preisdrucks in Deutschland durch den Iran-Krieg.