Merz erhöht Druck für Umsetzung von Ukraine-Darlehen

18.03.2026 15:23

Die Ukraine braucht dringend Geld für die Verteidigung gegen
Russlands Invasion. Doch ein EU-Land droht einen schon verabredeten
Kredit zu blockieren. Der Kanzler findet deutliche Worte.

Berlin (dpa) - Kurz vor dem EU-Gipfel erhöht Bundeskanzler Friedrich
Merz den Druck für die Umsetzung eines milliardenschweren
EU-Darlehens für die Ukraine. Der bereits vereinbarte Kredit über 90
Milliarden Euro müsse dringend auch ausgezahlt werden, sagte der
CDU-Chef in einer Regierungserklärung im Bundestag. «Wir dürfen dabei

auch keine Rücksicht nehmen auf ein einziges Land aus der
Europäischen Union, das jetzt aus innenpolitischen Gründen und eines
dort geführten Wahlkampfes diese Blockade in Europa gegenwärtig
aufbaut», verlangte er, ohne Ungarn direkt zu nennen. 

Eigentlich gab es in der EU bereits eine Einigung darauf, der Ukraine
über zwei Jahre bis zu 90 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen.
Der Kredit soll den dringendsten Finanzbedarf der Ukraine bis Ende
2027 decken und dem Land eine Fortsetzung seines Abwehrkampfs gegen
Russland ermöglichen. Zunächst hatten das die Staats- und
Regierungschef beschlossen, auch das Europäische Parlament hat
zugestimmt. 

Damit die ersten Gelder ausgezahlt werden können, muss aber auch der
Rat der Mitgliedstaaten zustimmen. Hier droht Ungarn mit einer
Blockade. Auch ein neues Paket mit Sanktionsmaßnahmen will die
Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban zunächst verhindern.
Merz betonte, jetzt sei der richtige Zeitpunkt, gemeinsam mit den USA
und den europäischen Partnern den Druck auf Moskau zu erhöhen.