EZB berät über Zinsen - droht mit Ölschock neue Preiswelle?
18.03.2026 17:30
Der Krieg im Iran schürt die Sorge vor einer steigenden Inflation.
Das setzt die Europäische Zentralbank unter Druck. Reagiert die
Notenbank mit einer Leitzinserhöhung?
Frankfurt/Main (dpa) - Inflation eingedämmt, leichtes Wachstum im
Euroraum: Noch vor wenigen Wochen wähnte sich die Europäische
Zentralbank (EZB) in einer komfortablen Lage. Doch mit dem Krieg im
Nahen Osten und dem Ölpreisschock wächst die Sorge, dass die Teuerung
wieder deutlich anzieht. Nun gibt die EZB an diesem Donnerstag (14.15
Uhr) die nächste Zinsentscheidung bekannt.
Im Februar lag die Inflationsrate im Euroraum bei 1,9 Prozent und
damit im Zielbereich der EZB, die mittelfristig eine Rate von zwei
Prozent anstrebt. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die
Notenbank abwarten und den für Banken und Sparer wichtigen
Einlagenzins vorerst bei 2,0 Prozent belassen wird.
EZB-Chefvolkswirt Philip R. Lane warnte bereits vor den Folgen eines
länger andauernden Iran-Kriegs. Dies könne die Wirtschaft bremsen und
die Inflation anheizen. Mit dem Zinsentscheid stehen auch neue
Prognosen der EZB zu Wachstum und Inflation im Euroraum an - in der
aktuellen Lage eine schwierige Sache.
Reagiert die EZB rechtzeitig?
Die Notenbank will unbedingt verhindern, dass sie auf eine mögliche
neue Preiswelle zu spät reagiert. Nach dem russischen Angriff auf die
Ukraine 2022 stand die EZB in der Kritik, den damaligen Preisanstieg
lange unterschätzt zu haben. Die Inflation im Euroraum schnellte
zeitweise auf mehr als zehn Prozent nach oben.
Einige Experten erwarten in der aktuellen Lage eine Zinserhöhung im
Sommer. Der EZB-Rat bleibe wachsam, betonte jüngst
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel: «Sollte sich das Inflationsbild
substanziell ändern, sind wir in einer guten Lage, um darauf
reagieren zu können.»
