EZB erwartet Inflationsschub wegen Nahost-Krieg
19.03.2026 14:44
Macht der Iran-Krieg den erhofften Aufschwung zunichte? Die Sorge ist
groß, dass wegen der Kämpfe nicht nur die Öl- und Gaspreise steigen,
sondern auch die Inflation. Die EZB passt ihre Prognosen an.
Frankfurt/Main (dpa) - Steigende Energiepreise infolge des
Iran-Kriegs könnten nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank
(EZB) das Wirtschaftswachstum bremsen und die Inflation kräftig
anheizen. Im wahrscheinlichsten Szenario erwartet die Notenbank für
2026 eine Teuerungsrate von durchschnittlich 2,6 Prozent im
Euroraum.
Das ist deutlich über der mittelfristig angepeilten Marke von 2,0
Prozent, bei der die Notenbank ihr wichtigstes Ziel gewahrt sieht:
Für einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen
zu erhalten. Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich
Verbraucher für einen Euro leisten.
Prognosen pessimistischer als noch im Dezember
Noch im Dezember war die EZB für 2026 von einer Inflationsrate von
1,9 Prozent ausgegangen. Im Februar des laufenden Jahres lagen die
Verbraucherpreise im Währungsraum um 1,9 Prozent über dem Niveau des
Vorjahresmonats.
In den Jahren 2027 (2,0 Prozent) und 2028 (2,1 Prozent) wird die EZB
ihr Ziel stabiler Preise nach eigener Einschätzung erreichen.
Allerdings liegen auch diese Werte etwas über der vorherigen
Vorhersage aus dem Dezember.
Zugleich erwartet die EZB für den Euroraum weniger Wachstum. Die
Wirtschaft wird demnach dieses Jahr nur noch um 0,9 Prozent zulegen
und 2027 um 1,3 Prozent wachsen. Damit senkte die Notenbank ihre
Prognose wegen der Kriegsfolgen und höherer Energiepreise. Noch im
Dezember hatte die Notenbank ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,2
Prozent angehoben.
