Italien und Dänemark verlangen Migrations-Notfallplan für EU
19.03.2026 17:18
Droht eine Migrationskrise wie 2015? Die Regierungschefinnen aus
Italien und Dänemark verlangen von der EU, sich vorzubereiten - und
über eine «Notbremse» nachzudenken.
Brüssel (dpa) - Angesichts der sich zuspitzenden Lage im Nahen Osten
fordern Italien und Dänemark die EU auf, sich auf eine
Migrationskrise vorzubereiten. «Wir dürfen eine Wiederholung der
Flüchtlings- und Migrationsbewegungen in die EU, wie wir sie in den
Jahren 2015-2016 erlebt haben, nicht riskieren», schreiben die
dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Italiens
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einem Brief.
Das Schreiben, datiert auf den Tag vor dem EU-Gipfel in Brüssel,
richtet sich an die EU-Kommission sowie die Staats- und
Regierungschefs der Mitgliedsländer. Zunächst hatte die «FAZ» dar
über
berichtet.
«Notbremse» für Massenmigration
Die beiden Regierungschefinnen fordern die EU-Kommission auf, einen
Mechanismus zu prüfen, der im Falle großer Migrationsbewegungen als
«Notbremse» fungieren könnte. Als Beispiel für eine mögliche Ma
ßnahme
nannte Frederiksen im dänischen Fernsehen eine Regel zur Abweisung
von Asylsuchenden direkt an der Grenze.
Besonders aus Syrien flohen Mitte der 2010er Millionen Menschen nach
Europa, viele auch nach Deutschland. Zuletzt hatten internationale
Organisationen und die EU-Kommission keine Anzeichen für größere
Fluchtbewegungen aus Nahost in Richtung Europa gesehen. In der Region
gibt es aber bereits Millionen Vertriebene, deren humanitäre Lage
sich zuspitzt.
Meloni und Frederiksen: Humanitäre Hilfe vor Ort leisten
Um die massenhafte Flucht vieler Menschen aus dem Nahen Osten in
Richtung Europa zu verhindern, sollte nach Ansicht der beiden
Regierungschefinnen vor allem Hilfe vor Ort geleistet werden. «Wir
können mehr Menschen besser und effizienter helfen, indem wir
Unterstützung direkt in ihren Herkunftsregionen leisten», heißt es in
dem Brief.
Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen befindet sich gerade mitten
im Wahlkampf vor der dänischen Parlamentswahl am kommenden Dienstag
(24. März). Die Parteien in Dänemark versuchen sich seit langem mit
Forderungen nach einer immer strengeren Migrationspolitik zu
überbieten.
