Manfred Weber: AfD ist «absolut toxische Partei»
19.03.2026 21:50
EVP-Chef Weber grenzt sich erneut von der AfD ab - und nennt sie eine
«absolut toxische Partei». Was er zu Vorwürfen enger Zusammenarbeit
im Europaparlament sagt.
Augsburg (dpa) - Der EVP-Vorsitzende Manfred Weber hat seine Partei
erneut gegen die AfD abgegrenzt. «Wir haben keine festen Koalitionen
im Europäischen Parlament. Aber was ich zurückweise, ist, dass es
eine strukturierte systemische Zusammenarbeit mit der AfD gibt. Die
gibt es nicht», sagte Weber am Abend in Augsburg zum Auftakt der
Salon-Reihe «Wir in Europa», organisiert von der Hertie-Stiftung und
der «Augsburger Allgemeinen».
Keine Übernahme von AfD-Positionen
Zugleich wies Weber auch zurück, dass es bei der Gesetzgebung eine
Radikalisierung oder Übernahme von AfD-Positionen gebe. Auch das gebe
es nicht. Die AfD sei «eine absolut toxische Partei».
Es müssten aber die Probleme in Europa gelöst werden. «Anders werden
wir die Populisten nicht stoppen.» Die Migrationsfrage sei - «ob es
uns passt oder nicht» - eine der großen Fragen. «Es muss
funktionieren, dass wir an der Außengrenze für Ordnung sorgen, dass
der Staat entscheidet, wer reinkommt und nicht die Schlepperbanden,
und dass wir die, die abgelehnt sind, auch wieder zurückführen
können», sagte Weber. «Und wenn uns das gelingt, dann können wir au
ch
über das Zweite reden, nämlich dass wir Zuwanderung massiv
brauchen.»
Weiter sagte Weber: «Ich will jetzt ein starkes, verteidigungsfähiges
Europa aufbauen und will den AfD-Anhängern die Frage stellen: Glaubt
ihr den Mist ernsthaft, den euch die erzählen: Dass die Nation heute
alleine kann?»
Kürzlich war bekanntgeworden, dass die Fraktion von CDU und CSU im
Europaparlament deutlich enger mit der AfD und anderen rechten
Parteien kooperieren als bislang bekannt. Die EVP arbeitete demnach
jüngst gemeinsam mit dem rechten Flügel in einer Chatgruppe und bei
einem persönlichen Treffen von Abgeordneten an einem
Gesetzesvorschlag zu einem Migrationsgesetz. Die EVP stellt derzeit
im Europäischen Parlament die größte Fraktion.
Bereits vor wenigen Tagen in Passau hatte Weber mit Blick auf die AfD
betont: «Die Brandmauer steht.»
