Kroate Vujcic wird neuer EZB-Vizepräsident

19.03.2026 23:21

Über die Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird
spekuliert. Klarheit gibt es schon dabei, wer den scheidenden
Vizepräsidenten Luis de Guindos beerbt.

Brüssel (dpa) - Der Kroate Boris Vujcic wird neuer Vizepräsident der
Europäischen Zentralbank (EZB). Das beschlossen die EU-Staats- und
Regierungschefs bei einem Gipfeltreffen in Brüssel abschließend. Der
61-Jährige soll den Posten am 1. Juni für acht Jahre antreten. Zuvor
hatten sich die Finanzminister der Länder mit der
Gemeinschaftswährung Euro für Vujcic ausgesprochen.

Der Posten wird frei, weil der aktuelle Vizechef der EZB, der Spanier
Luis de Guindos, Ende Mai planmäßig aus dem Amt scheiden wird.
Bislang steht Vujcic Kroatiens Notenbank vor. Deutschland habe die
Nominierung des Kroaten unterstützt, hieß es nach der Entscheidung
der Finanzminister.

EZB-Chefposten muss auch neu besetzt werden

Die Nachfolge von de Guindos ist nicht der einzige Spitzenposten bei
der EZB, der zuletzt im Fokus stand. Die Amtszeit von EZB-Präsidentin
Christine Lagarde endet im Oktober 2027. Doch über die Nachfolge der
Französin wird bereits spekuliert - auch weil es Berichte über einen
vorzeitigen Abtritt Lagardes gab. Mit Bundesbank-Präsident Joachim
Nagel und EZB-Direktorin Isabel Schnabel warfen unter anderem zwei
Deutsche schon ihren Hut in den Ring. 

Bei der Postenbesetzung haben die Verhandler üblicherweise im Blick,
dass es zwischen kleinen und großen, südlichen und nördlichen
Euroländern ein Gleichgewicht gibt. Das gilt auch für das Verhältnis

von Befürwortern einer harten Geldpolitik und den Verfechtern eines
eher lockeren Kurses.