Merz wirft Orban «Akt grober Illoyalität» vor
20.03.2026 00:39
Ungarns Regierungschef Orban bleibt auf dem EU-Gipfel bei seiner
Blockade der EU-Hilfen - und zieht damit den Zorn des Kanzlers auf
sich.
Brüssel (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz hat die anhaltende
Blockade milliardenschwerer Ukraine-Hilfen durch den ungarischen
Ministerpräsidenten Viktor Orban als «Akt grober Illoyalität»
kritisiert. «Wir sind uns einig, dass wir das, was heute geschehen
ist im Europäischen Rat, so nicht hinnehmen», sagte der CDU-Chef nach
den Beratungen der Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedstaaten
der Europäischen Union in Brüssel. «Und das wird auch Konsequenzen
haben, die weit über dieses einzelne Ereignis hinausreichen.»
Das Agieren Orbans werde «tiefe Spuren hinterlassen». Auch
diejenigen, die sehr viel länger als er selbst bei EU-Gipfeln dabei
seien, habe das Verhalten «zutiefst verärgert». Im Zuge der
anstehenden Haushaltsaufstellung der EU müsse man nun «noch einmal
ganz grundsätzlich» darüber beraten.
Der in seiner Heimat um eine Wiederwahl kämpfende Rechtspopulist
Orban beharrt weiter darauf, erst dann sein Veto zurückzuziehen, wenn
Ungarn wieder russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline
bekommt. Orban behauptet, ohne das günstige russische Öl würden
ungarische Haushalte und Unternehmen bankrottgehen.
