EU-Staaten: Mindestalter für Online-Plattformen vorantreiben

20.03.2026 02:09

Jugendschutz im Netz: Die Staats- und Regierungschefs geben der
EU-Kommission eine klare Richtung vor. Nach Skandalen um Elon Musks
KI auf der Plattform X steht ein weiteres Verbot auf der Agenda.

Brüssel (dpa) - Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen eine
Altersgrenze für Online-Plattformen wie Tiktok, Instagram und Co.
weiter vorantreiben. Für den Jugendschutz sei ein digitales
Mindestalter beim Zugang zu sozialen Medien entscheidend, heißt es in
den Abschlusserklärungen nach dem EU-Gipfel in Brüssel. 

Dabei müssten allerdings die Privatsphäre und die nationalen
Zuständigkeiten geachtet werden. Die Mitgliedsländer fordern die
EU-Kommission auf, das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services
Act, kurz DSA) und die dazugehörigen Leitlinien für den Schutz
Minderjähriger durchzusetzen. In Brüssel gelten besonders Letztere
als wahrscheinlichster Weg, eine effektive Altersgrenze für
Plattformen einzuführen.

Nur EU-Kommission kann Online-Riesen regulieren

Denn wer digitale Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will,
kommt um die Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln
vorzuschreiben und diese durchzusetzen, ist aber die alleinige
Zuständigkeit der EU-Kommission. Entgegen mancher Vorschläge, die
derzeit in der Bundesrepublik diskutiert werden, dürften Deutschland
und andere Mitgliedsländer den großen Plattformen allein also gar
keine zusätzlichen Pflichten, etwa zur Alterskontrolle, auferlegen.
Das müsste auf EU-Ebene entschieden werden. 

Ob und bis zu welchem Alter soziale Medien für Minderjährige dann
wiederum verboten sein sollten, könnte nationalstaatliche Kompetenz
bleiben.

Verbot von sexualisierten KI-Bildern ohne Einwilligung 

Zudem bekräftigen die EU-Staaten, dass zum Jugendschutz KI-Systemen
explizit verboten sein soll, intime Bilder ohne Zustimmung der
Betroffenen oder Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs zu
erstellen. 

Elon Musks Online-Plattform X war Ende 2025 in die Kritik geraten,
weil zunächst alle Nutzerinnen und Nutzer den KI-Chatbot Grok dort
auffordern konnten, gepostete Bilder zu sexualisieren. Immer wieder
befahlen Menschen der KI etwa, Fotos zu manipulieren und Frauen in
Bikinis zu kleiden.