Iran-Krieg: EU-Länder sollen Füllziel für Gasspeicher senken

21.03.2026 21:49

Der anhaltende Iran-Krieg lässt die Sorgen vor einem weiteren Anstieg
der Gaspreise wachsen. Jetzt reagiert die EU-Kommission.

Brüssel (dpa) - Wegen der Auswirkungen des Iran-Krieges auf die
Energiepreise hat die Europäische Kommission Deutschland und die
anderen EU-Staaten zur Senkung des Füllziels für ihre Gasspeicher
aufgefordert. Der Schritt könne dazu beitragen, die Gasnachfrage in
Zeiten angespannter Versorgung zu senken und den Druck auf die Preise
zu mindern, schrieb der zuständige EU-Kommissar Dan Jørgensen in
einem Brief an die Mitgliedstaaten. In Erwägung gezogen werden sollte
eine Senkung des Füllziels von normalerweise 90 auf 80 Prozent.

Zur Lage im Nahen Osten schrieb Jørgensen, die Angriffe auf
Energieinfrastruktur wirkten sich erheblich auf die globalen Öl- und
Gasmärkte aus. Jüngste Entwicklungen deuteten darauf hin, dass es
länger dauern könnte, bis die Flüssigerdgas-Produktion Katars wieder

das vor der Krise bekannte Niveau erreicht.

Jørgensen: EU ist besser vorbereitet als 2022

Die Versorgungssicherheit in der Europäischen Union beschrieb
Jørgensen dennoch als derzeit vergleichsweise wenig gefährdet. Grund
seien die begrenzte Abhängigkeit von Importen aus der Konfliktregion
und LNG-Lieferungen, die die Straße von Hormus schon vor dem
Kriegsausbruch durchquert hatten, heißt es in dem Schreiben, das der
Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Insgesamt sei man auch wegen
koordinierter Diversifizierungsanstrengungen und des beschleunigten
Ausbaus heimischer Energiequellen deutlich besser auf Krisen
vorbereitet als noch 2022. Damals war es nach dem Beginn des
russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu Versorgungsengpässen
und massiven Preisanstiegen gekommen.

Um einer Wiederholung der Situation vorzubeugen und eine ausreichende
Versorgung der Haushalte und Unternehmen während des Winters zu
gewährleisten, wurden dann verbindliche Füllziele für Gasspeicher
eingeführt.