Weber: Hinter AfD-Fassade bestimmen Neo-Nazis den Ton
24.03.2026 02:00
Der EVP-Chef grenzt sich strikt gegen die AfD ab. Einen Rechtsaußen
der Partei geht er besonders hart an.
Berlin (dpa) - Der EVP-Vorsitzende Manfred Weber wirft der AfD eine
zunehmende Radikalisierung vor und wirbt für einen harten Umgang mit
der Partei. «Heute müssen wir mit aller Klarheit und Härte
klarmachen, dass hinter der heutigen AfD-Fassade die Neo-Nazis um
Björn Höcke den Ton angeben», sagte er den Zeitungen der Mediengruppe
Bayern. «Diese Typen hassen unsere freiheitlich demokratischen
Grundprinzipien und stehen für dumpfen Nationalismus, der schon so
viel Leid über Europa gebracht hat.»
Der Thüringer AfD-Chef Höcke wurde zweimal wegen der Verwendung einer
verbotenen Nazi-Parole rechtskräftig verurteilt. In Thüringen wird
die von ihm geführte AfD vom dortigen Landesverfassungsschutz als
gesichert rechtsextremistisch eingestuft und beobachtet.
Weber wies Vorwürfe einer Zusammenarbeit mit der AfD im
Europaparlament nochmals zurück. «Die Brandmauer ist wichtig und sie
steht», sagte er. «Die AfD steht gegen alles, wofür ich politisch
kämpfe», erklärte er.
Vor kurzem war bekanntgeworden, dass die Fraktion von CDU und CSU im
Europaparlament deutlich enger mit der AfD und anderen rechten
Parteien kooperieren als bislang bekannt. Die EVP arbeitete demnach
jüngst gemeinsam mit dem rechten Flügel in einer Chatgruppe und bei
einem persönlichen Treffen von Abgeordneten an einem
Gesetzesvorschlag zu einem Migrationsgesetz. Die EVP stellt derzeit
im Europäischen Parlament die größte Fraktion.
Weber: AfD hat keinen Einfluss auf Inhalte oder Mehrheitsbildung
«Die AfD hat weder Einfluss auf unsere Inhalte noch auf die
Mehrheitsbildung in Europa. Das war in der Vergangenheit so und das
wird auch in Zukunft so bleiben», sagte Weber. Mit Blick auf
Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und CSU-Chef Markus
Söder zu dem Thema aus den vergangenen Tagen sagte Weber: «Ich bin
mir mit Friedrich Merz und übrigens auch Markus Söder vollkommen
einig.»
Merz hatte die Zusammenarbeit zwischen der EVP und
Rechtsaußen-Fraktionen unter Beteiligung der AfD im Europaparlament
scharf kritisiert. CSU-Chef Markus Söder hatte gesagt, er sei
überrascht, auch irritiert und verstört.
