EU verschiebt Verbotsplan für russische Ölimporte

24.03.2026 16:16

Das geplante vollständige Verbot russischer Ölimporte in die EU
verzögert sich. Hat das mit den angespannten Märkten infolge des
Iran-Kriegs zu tun?

Brüssel (dpa) - Nach Beginn des Iran-Kriegs verschiebt die
EU-Kommission die Präsentation von Plänen für ein vollständiges und

dauerhaftes Verbot von russischen Ölimporten. Die ursprünglich für
den 15. April geplante Vorlage wurde auf unbestimmte Zeit verschoben,
wie aus einer Terminübersicht zu geplanten Initiativen der Brüsseler
Behörde hervorgeht. Wann die Maßnahmen stattdessen vorgestellt werden
sollten, ließ eine Sprecherin auf Nachfrage offen. Auch Gründe für
die Verschiebung nannte sie nicht. 

Denkbar ist, dass die Situation auf dem weltweiten Ölmarkt oder auch
die Kritik des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban eine Rolle
spielen. Bis zuletzt bezogen noch Ungarn und die Slowakei Öl aus
Russland. 2022 hatte die EU ein weitgehendes Einfuhrverbot
beschlossen, allerdings mit entsprechenden Ausnahmen.

Größte Versorgungsstörung

Infolge des Iran-Kriegs ist die weltweite Ölversorgung unbeständig.
Die Internationale Energieagentur IEA sprach Mitte des Monats von der
«größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen
Ölmarktes». Die Golfstaaten haben die Ölproduktion um mindestens zehn

Millionen Barrel pro Tag heruntergefahren, hauptsächlich weil der
Transport durch die Straße von Hormus fast zum Erliegen gekommen ist,
so die IEA. 

Vor dem Krieg wurden den Angaben zufolge täglich etwa 20 Millionen
Barrel Öl durch die Meeresenge transportiert, nun sei es nur mehr ein
Rinnsal. Als Reaktion gab die IEA eine Rekordmenge strategischer
Ölreserven frei.