Sommerzeit steht an - Uhren werden Sonntag vorgestellt

25.03.2026 13:00

Verlässlich wird zweimal im Jahr an den Uhren gedreht, um zwischen
Sommer- und Winterzeit zu wechseln. Obwohl Kritiker ebenso
verlässlich zweimal pro Jahr aufschreien, stockt das
Abschaffungsprojekt.

Braunschweig/Brüssel (dpa) - Die Sommerzeit beginnt: In Deutschland
und den meisten Ländern Europas werden am frühen Sonntagmorgen (29.
März) die Uhren von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt. Damit gilt
dann hierzulande wieder die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ), bis
am 25. Oktober wieder auf die Normalzeit - auch Winterzeit genannt -
zurückgestellt wird.

Um den reibungslosen Ablauf kümmern sich Wissenschaftler der
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Sie
achten darauf, dass über einen Langwellensender mit dem Namen «DCF77»

in Mainflingen bei Frankfurt/Main alle nötigen Uhren mit der
gesetzlichen Zeit versorgt werden. «Unsere Experten waren vorab
wieder vor Ort und haben die Programmierung gecheckt», sagte
PTB-Zeitexperte Dirk Piester.

Kritiker rufen nach Abschaffung 

1980 wurde die Zeitumstellung wieder eingeführt - mit dem Ziel, das
Tageslicht besser auszunutzen. Kritiker zweifeln den
Energiespareffekt allerdings immer wieder an und rufen nach einer
Abschaffung. Dafür bräuchte es aber eine europaweite Lösung, die
nicht in Sicht ist.

Die Europäische Kommission hatte 2018 vorgeschlagen, die
Zeitumstellung in der EU zu beenden, weil sich zuvor mehr als 80
Prozent der Teilnehmer einer Online-Befragung dafür ausgesprochen
hatten. Von 4,6 Millionen Antworten kamen damals etwa 3 Millionen aus
Deutschland.

EU-Staaten finden keine gemeinsame Position 

Nach Vorstellung der Kommission sollen die Staaten jeweils wählen
können, ob sie künftig immer Winter- oder Sommerzeit haben wollen.
Sie sollen sich aber absprechen, damit es keine Probleme etwa für den
Binnenmarkt gibt. Die EU-Staaten können sich aber seit Jahren nicht
auf eine Position einigen.

Dennoch hält die EU-Kommission weiter am Plan fest und hat eine
Studie zu den Folgen einer Abschaffung beauftragt. Sie soll bis Ende
des Jahres fertiggestellt werden, wie eine Sprecherin mitteilte.