Selenskyj warnt vor Unterfinanzierung der Armee

26.03.2026 10:36

Der ukrainische Präsident Selenskyj schlägt Alarm: Ohne EU-Kredit
fehlt Geld für Drohnen und Raketen. Was bedeutet das für den Kampf
gegen den russischen Angriffskrieg?

Kiew (dpa) - Wegen der Blockade des EU-Kredits in Milliardenhöhe
warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem
drohenden Geldmangel für die Armee. «Die Produktion von Drohnen -
weitreichenden Drohnen, Abfangdrohnen sowie Luftabwehrsystemen - wird
unterfinanziert sein, da wir aus diesen Mitteln sowohl den Kauf
europäischer Luftabwehrsysteme als auch amerikanischer PAC-3-Raketen
finanzieren», sagte Selenskyj in einem Interview der französischen
Zeitung «Le Monde». Das sei ein Risiko für die europäische
Sicherheit. Er hoffe darauf, dass die Europäer eine Lösung finden.

Selenskyj kritisierte zudem die Aussetzung eines Teils der
US-Sanktionen gegen russische Erdöllieferungen wegen des
Iran-Krieges. Aus den Einnahmen könne Russland seinen Angriffskrieg
weiter finanzieren. «Geld bedeutet Drohnen. Geld bedeutet Menschen»,
erklärte der Staatschef. Wenn Moskau dagegen kein Geld für die
Anwerbung von Soldaten hätte, werde die russische Armee schwächer.
Daher müsse der Druck auf Russland aufrechterhalten werden, mahnte
er.

Im vergangenen Dezember hatten sich die EU-Staaten auf die Gewährung
eines zinslosen Kredits über 90 Milliarden Euro für die Ukraine
geeinigt. Die Auszahlung wird aber durch Budapest blockiert. Ungarn
fordert die Wiederaufnahme der eingestellten Erdöllieferungen über
die durch die Ukraine verlaufende Pipeline «Druschba»
(Freundschaft). 

Die Ukraine wehrt sich mit massiver westlicher Hilfe seit mehr als
vier Jahren gegen eine russische Invasion. Mehr als 40 Prozent des
ukrainischen Staatshaushalts werden aus dem Ausland finanziert.