Zypern beschließt 200-Millionen-Euro-Paket - Fokus auf Tourismus

26.03.2026 12:45

Zypern reagiert auf den Nahostkonflikt: Mit einem
200-Millionen-Euro-Paket soll vor allem der Tourismus gestärkt und
Beschäftigte in Hotels unterstützt werden.

Nikosia (dpa) - Mit gezielten Hilfen für den Tourismussektor hat die
Regierung der EU-Inselrepublik Zypern ein Maßnahmenpaket zur
Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts geschnürt.
Präsident Nikos Christodoulidis erklärte bei einer Fernsehansprache,
dass der Staat im April 30 Prozent der Löhne von Beschäftigten in
Hotels und touristischen Unterkünften übernehme, die im kommenden
Monat öffnen.

Hintergrund ist, dass einige Hoteliers wegen eines Rückgangs der
Buchungen ihre Öffnungen später als üblich geplant hatten. Zudem soll

ein spezieller Plan Fluggesellschaften unterstützen, um die Anbindung
an wichtige Herkunftsmärkte für Touristen zu sichern; Details dazu
nannte Christodoulidis zunächst nicht.

Das Paket sieht auch Entlastungen bei Lebensmitteln und Hilfen für
Bauern vor: Von April bis Ende September 2026 entfällt die
Mehrwertsteuer auf Fleisch, Geflügel und Fisch. Für April und Mai
übernimmt der Staat jeweils 15 Prozent der Kosten für Düngemittel und

weitere landwirtschaftliche Betriebsmittel.

Zypern ist der EU-Staat, der der Krisenregion im Nahen Osten
geografisch am nächsten liegt; die Insel liegt nur etwa 150 bis 250
Kilometer von Israel und dem Libanon entfernt. Anfang März traf eine
Drohne iranischer Bauart den britischen Luftwaffenstützpunkt RAF
Akrotiri bei Limassol und verursachte leichten Schaden. Frankreich,
Griechenland und andere EU-Staaten verlegten daraufhin
Marineeinheiten und Luftabwehrsysteme nach Zypern.