Lettland wirft Russland Desinformationskampagne vor
27.03.2026 11:45
Die Ukraine hat zuletzt wiederholt Drohnenangriffe auf Ziele im
Nordwesten Russlands gestartet. Betroffen davon waren auch die
baltischen Staaten, die russische Anschuldigungen deutlich
zurückweisen.
Riga (dpa) - Lettlands Verteidigungsministerium beschuldigt Russland,
eine großangelegte, koordinierte Desinformationskampagne gegen die
baltischen Staaten durchzuführen. Demnach behauptet Moskau, Estland,
Lettland und Litauen würden zulassen, dass ihr Territorium für
ukrainische Angriffe gegen Russland genutzt wird.
Die Kampagne umfasse Desinformation und den Einsatz von
Social-Media-Bots, die sich an russischsprachige Zielgruppen
richteten und junge Menschen instrumentalisierten, teilte das
Ministerium des baltischen EU- und Nato-Landes in Riga mit. Der
Mitteilung beigefügt waren Screenshots von Beiträgen in
Online-Medien, die die russischen Bemühungen belegen sollen.
Lettland: Baltische Staaten nicht an Angriffen beteiligt
Das Ziel der Kampagne besteht nach Einschätzung des Ministeriums
darin, die Nato zu diskreditieren, die Gesellschaft zu spalten, das
Vertrauen in staatliche Institutionen zu untergraben und die
Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Damit versuche Moskau von
seiner Unfähigkeit abzulenken, sich gegen erfolgreiche ukrainische
Gegenangriffe auf russische Ziele an der Ostseeküste zu verteidigen.
Das Verteidigungsministerium betonte, dass weder Lettland noch
Estland oder Litauen an der Planung oder Durchführung ukrainischer
Gegenangriffe beteiligt seien. Kiew besitze aber ein legitimes Recht,
sich gegen die großangelegte russische Invasion zu verteidigen, hieß
in der Mitteilung. Die baltischen Staaten unterstützten die Ukraine
militärisch, finanziell und humanitär.
In Estland, Lettland und Litauen war in dieser Woche jeweils eine
fehlgeleitete ukrainische Drohne in den Luftraum eingedrungen und
abgestürzt, mit der Kiew Ziele im Nordwesten Russland angegriffen
hatte. Verletzte oder größere Schäden gab es dabei nicht.
