Beginn der Sommerzeit - Wie die Uhren umgestellt wurden
29.03.2026 10:49
Es ist Sommer - zumindest wenn es nach der Uhrzeit geht. Wie
Wissenschaftler die Uhr im Blick behalten und warum die
Zeitumstellung in der Kritik steht.
Braunschweig/Brüssel (dpa) - In Deutschland und den meisten Ländern
Europas hat die Sommerzeit begonnen. Die Uhren wurden in der Nacht
von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt. «Es hat alles funktioniert»,
sagte Dirk Piester von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
(PTB) in Braunschweig.
Die sogenannte Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) gilt knapp sieben
Monate. Am 25. Oktober werden die Uhren wieder auf die Normalzeit -
auch Winterzeit genannt - zurückgestellt.
Wie Wissenschaftler die Uhrzeit überwachen
Um den reibungslosen Ablauf kümmerten sich Wissenschaftler der
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Sie
achteten darauf, dass über einen Langwellensender mit dem Namen
«DCF77» in Mainflingen bei Frankfurt/Main alle nötigen Uhren mit der
gesetzlichen Zeit versorgt wurden.
«Das ist alles vorher programmiert und getestet», sagte Piester.
Sicherheitshalber habe er nachts trotzdem die Funkuhr im Blick
behalten - und es lief wieder reibungslos. «Die Zeitumstellung selbst
kann nicht schiefgehen.»
Warum es Kritik an der Zeitumstellung gibt
Die Zeitumstellung wurde 1980 eingeführt - mit dem Ziel, das
Tageslicht besser auszunutzen. Abends ist es jetzt länger hell. Damit
steigen die Chancen, nach der Arbeit noch etwas Sonne abzubekommen.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass
Tageslicht unser Wohlbefinden positiv beeinflusst.
Doch es gibt auch Kritik. Die Umstellung sorge für Verwirrung und
könne die innere Uhr durcheinanderbringen, argumentieren Gegner.
Manche Menschen klagen über Schlafstörungen,
Konzentrationsschwierigkeiten und Migräne. Auch das Risiko für
Herz-Kreislauf- und Darm-Erkrankungen sowie für Schlaganfälle ist
laut Studien erhöht.
EU-Staaten finden keine gemeinsame Position
Für eine Abschaffung der Zeitumstellung bräuchte es eine europaweite
Lösung, die nicht in Sicht ist. Die Europäische Kommission hatte zwar
2018 vorgeschlagen, die Zeitumstellung in der EU zu beenden, weil
sich zuvor mehr als 80 Prozent der Teilnehmer einer Online-Befragung
dafür ausgesprochen hatten. Von 4,6 Millionen Antworten kamen damals
etwa 3 Millionen aus Deutschland.
Nach Vorstellung der Kommission sollen die Staaten jeweils wählen
können, ob sie künftig immer Winter- oder Sommerzeit haben wollen.
Sie sollen sich aber absprechen, damit es keine Probleme etwa für den
Binnenmarkt gibt. Die EU-Staaten können sich aber seit Jahren nicht
auf eine Position einigen.
Dennoch hält die EU-Kommission weiter am Plan fest und hat eine
Studie zu den Folgen einer Abschaffung in Auftrag gegeben. Sie soll
bis Ende des Jahres fertiggestellt werden, wie eine Sprecherin
mitteilte.
