Tichanowskaja: EU-Sanktionen gegen Belarus nicht lockern

30.03.2026 13:53

Die USA und Belarus sind zuletzt aufeinander zugegangen. Die
EU-Sanktionen gegen Minsk sollten bei der Annäherung aber außen vor
bleiben, mahnt die belarussische Oppositionsführerin.

Vilnius (dpa) - Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana
Tichanowskaja hält eine Lockerung von EU-Sanktionen gegen ihr
Heimatland für den falschen Weg und weist entsprechende
US-Forderungen zurück. «Wir stehen in ständigem Austausch mit unser
en
amerikanischen Partnern und drängen sie, keinen Druck auf die
EU-Länder, insbesondere Litauen, auszuüben, die europäischen
Sanktionen aufzuheben», sagte Tichanowskaja litauischen
Medienberichten zufolge in Vilnius. «Uns allen ist klar, dass
beispielsweise die Aufhebung der Sanktionen gegen Kalidünger das
Regime nur stärken und zusätzliche Mittel für Repressionen und den
Krieg in der Ukraine bereitstellen würde.»

Tichanowskaja reagierte damit auf Äußerungen des Sondergesandten Jo
hn
Coale, der Litauen zuletzt aufgefordert hatte, wieder den Transit
belarussischer Düngemittel aufzunehmen und ein hochrangiges Treffen
mit der autoritären Führung in Minsk abzuhalten. Coale hatte zudem
davon gesprochen, dass es Vorbereitungen für einen möglichen
Besuch des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenkos in
Washington gebe. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner
Plattform Truth Social, er freue sich darauf, mit Lukaschenko am
nächsten Treffen des Friedensrats teilzunehmen. 

Belarus lässt politisch Gefangene frei, die USA lockern Sanktionen

Belarus gilt als wichtiger Produzent von Düngemitteln und kann nun
wieder mit den USA handeln, nachdem Washington im Gegenzug für die
Freilassung von politischen Gefangenen die Sanktionen zuletzt
gelockert hat. Die EU verlängerte ihre Strafmaßnahmen gegen Belarus
dagegen erst kürzlich um zwölf Monate - und sollte dem US-Beispiel
Tichanowskaja zufolge nicht folgen. 

«Präsident Trump hat genug Einfluss, um den Belarussen zur
Freilassung aller politischen Gefangenen zu verhelfen. Wir bitten die
Europäer jedoch, ihre stärksten Trümpfe für bedeutendere Schritte
aufzusparen. Denn obwohl die Freilassung politischer Gefangener
unsere Priorität ist, ist es unsere Aufgabe, das gesamte Land zu
befreien», betonte Tichanowskaja und appellierte an die europäischen

Partner, konsequent zu bleiben.

Lukaschenko ist der engste Verbündete von Kremlchef Wladimir Putin.
Er hatte sein Land 2022 auch als Aufmarschgebiet für den russischen
Angriffskrieg gegen die Ukraine zur Verfügung gestellt.