EU weitet Marineeinsatz im Nahen Osten aus

30.03.2026 17:58

Die EU weitet Militäroperationen zur Sicherung der Handelsschifffahrt
aus - allerdings geht es dabei nicht um das, was US-Präsident Donald
Trump von Allliierten fordert.

Brüssel (dpa) - Die EU weitet ihre Marineeinsätze im Roten Meer und
westlichen Indischen Ozean aus, wird sich aber vorerst nicht an
möglichen Einsätzen zur Absicherung von Öl- und Gastransporten durch

die Straße von Hormus beteiligen. Wie die Vertretung der
Mitgliedstaaten mitteilte, sieht eine Ergänzung des Mandats vor, dass
die beteiligten Schiffe und Flugzeuge künftig auch Informationen über
verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit kritischer
Unterwasserinfrastruktur sammeln können. Zudem soll es unter anderem
Ausbildungsaktivitäten für die Seestreitkräfte Dschibutis und eine
Zusammenarbeit mit der jemenitischen Küstenwache geben.

Bei den EU-Marineeinsätzen geht es um die Operationen «Aspides» und
«Atalanta». «Aspides» war Mitte 2024 gestartet worden und soll
Handelsschiffe vor allem vor Angriffen der militant-islamistischen
Huthi aus dem Jemen schützen. «Atalanta» gibt es bereits seit 2008.
Sie wurde zur Bekämpfung der Piraterie in der Region gestartet.

Bundeswehr hat derzeit kein Schiff im EU-Einsatz

Deutschland beteiligt sich derzeit an dem Einsatz «Aspides», hat
derzeit allerdings kein Schiff vor Ort. Das Mandat für eine
Beteiligung an «Atalanta» lief im April 2022 aus.

Diplomaten betonten am Montag in Brüssel, dass die geplante
Ausweitung der Einsätze nicht im Zusammenhang mit Forderungen von
US-Präsident Donald Trump steht. Dieser verlangt von europäischen
Alliierten, einen Beitrag zur Absicherung von Öl- und Gastransporten
durch die Straße von Hormus zu leisten. Hintergrund ist nach Angaben
aus Brüssel unter anderem auch eine bessere Beobachtung der
russischen Schattenflotte. Über diese versucht Moskau seit Jahren,
einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten
Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Zudem steht sie in
Verdacht, auch für Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur
genutzt zu werden.