Piraten kapern iranisches Segelschiff vor Somalia

31.03.2026 12:32

Piratenüberfall am Horn von Afrika: Ein iranisches Boot ist vor der
Küste Somalias gekapert worden, berichtet die EU-Marinemission
Atalanta. Kommt eine Rückkehr der Schiffsüberfälle?

Nairobi (dpa) - Piraten haben vor der Küste Somalias ein unter
iranischer Flagge fahrendes Segelschiff gekapert. Zu dem Überfall kam
es bereits am 24. März etwa 400 Seemeilen östlich von Mogadischu, wie
die EU-Marinemission Atalanta berichtete. Bei dem Schiff handelt es
sich um eine sogenannte Dhow, ein traditionelles Segelboot. 

Der Überfall erinnere an eine übliche Praxis der Piraten am Horn von
Afrika: Zunächst werde ein Schiff als «Basis» der Piratenaktivitäte
n
entführt und damit dann Jagd auf größere Schiffe gemacht, hieß es.

Deshalb sei im Umkreis von 200 Seemeilen Alarm für die Schiffe in der
Region ausgelöst worden.

Atalanta überwacht Schiffsbewegungen

Zwei Kriegsschiffe der Atalanta-Mission haben seitdem die Bewegungen
des entführten Schiffs überwacht, das sich den Angaben zufolge nun
der somalischen Küste nähere. Atalanta sei in Kontakt mit den
somalischen Sicherheitsbehörden, um Maßnahmen zur Befreiung des
entführten Schiffs und seiner Besatzung zu treffen. Interpol und
andere Sicherheitspartner seien informiert.

Vor allem in den frühen 2000er-Jahren grassierte Piraterie im Golf
von Aden und im Indischen Ozean. Somalische Piraten kaperten sogar
Containerschiffe und griffen ein Kreuzfahrtschiff an. Nach einer
Phase relativer Stabilität nahm die Zahl der Überfälle vor Somalia in

den vergangenen drei Jahren wieder zu. Sie erreichte aber bisher
nicht das Ausmaß von 2008 und 2009. Die Marinemission Atalanta war
Ende 2008 als Reaktion auf die Piratenangriffe und zum Schutz der
Schifffahrt in der gefährdeten Region gegründet worden.