Wadephul steht grundsätzlich hinter Merz-Äußerungen zu Syrern

31.03.2026 12:45

Mehr als 900.000 Syrer leben in Deutschland. Jetzt gibt es eine
Zielmarke, wie viele davon nach Ende des Bürgerkriegs zurückkehren
sollen. Sie ist Ergebnis eines denkwürdigen Treffens im Kanzleramt.

Kiew (dpa) - Außenminister Johann Wadephul hat sich grundsätzlich
hinter umstrittene Äußerungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) zur
Rückkehr von Syrern aus Deutschland in ihr Heimatland gestellt. Das,
was der Bundeskanzler sage, sei «natürlich Ziel der Bundesregierung»,

antwortete der CDU-Politiker am Rande eines Besuches in der
ukrainischen Hauptstadt Kiew auf eine entsprechende Reporterfrage. 

Die Bundesregierung sei grundsätzlich fest entschlossen, diejenigen,
die ihr Gastrecht in Deutschland verwirkt hätten, konsequent
abzuschieben, ergänzte Wadephul. Kern der Zusammenkunft von Merz mit
al-Scharaa sei gewesen, «daran zu arbeiten, dass Syrien ein Land
wird, in dem Menschen sicher und auch wirtschaftlich mit einer
Zukunft leben können». Dies solle sie natürlich ermutigen, in ihre
Heimat zurückzukehren und dort am Aufbau mitzuwirken.

Merz hatte gestern nach einem Treffen mit Syriens Übergangspräsident
Ahmed al-Scharaa im Kanzleramt als Zielmarke genannt, dass in den
nächsten drei Jahren 80 Prozent der mehr als 900.000 Syrer in
Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren sollten. Er fügte hinzu,
al-Scharaa wünsche sich dies.

Wadephul-Auftritt in Harasta sorgte für Kritik in eigenen Reihen 

Ende Oktober hatte Wadephul beim Besuch der schwer verwüsteten
Ortschaft Harasta nahe Damaskus angezweifelt, dass kurzfristig eine
große Zahl syrischer Flüchtlinge freiwillig dorthin zurückkehren
werde. «Hier können wirklich kaum Menschen richtig würdig leben»,
sagte er damals - und zog damit Kritik aus der Union auf sich. Eine
Woche später soll er in einer Sitzung der Bundestagsfraktion nach
Angaben mehrerer Teilnehmer gesagt haben, Syrien sehe schlimmer aus
als Deutschland 1945. Auch dafür gab es massive Kritik.