Wadephul: Putin darf von Nahost-Eskalation nicht profitieren
31.03.2026 13:13
Gemeinsam mit anderen EU-Spitzenpolitikern gedenkt der deutsche
Außenminister in Butscha der Opfer der russischen Gräueltaten. Vor
dem Hintergrund des Iran-Kriegs macht er der Ukraine ein Versprechen.
Kiew (dpa) - Außenminister Johann Wadephul sagt der Ukraine auch
angesichts des Iran-Kriegs anhaltende Unterstützung gegen den
russischen Angriffskrieg von Kremlchef Wladimir Putin zu. «Er hat
unterschätzt, wie lang unser Atem, wie felsenfest unsere
Entschlossenheit ist», sagte der CDU-Politiker in Kiew, nachdem er
gemeinsam mit EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas und Kollegen aus der EU
in der Kleinstadt Butscha nordwestlich der Hauptstadt an die Opfer
des russischen Massakers zu Beginn des Krieges dort gedacht hatte.
«Zieht Putin in der Ukraine den Schluss, dass sich Angriffskriege
lohnen, dann werden weitere folgen», warnte Wadephul. «Deswegen sind
wir uns einig: Putin darf von der aktuellen Eskalation im Nahen Osten
nicht profitieren.» Der russische Präsident «hofft darauf, dass sich
die Unterstützer der Ukraine irgendwann abwenden. Aber wir werden ihm
diesen Gefallen nicht tun.»
«Butscha bleibt offene Wunde für Ukraine und Europa»
Butscha sei unter der Besatzung Russlands «zur Hölle auf Erden»
geworden, sagte Wadephul. Der Ort stehe «für die Unmenschlichkeit und
Brutalität, für die unsagbaren gezielten Verbrechen gegen Zivilisten,
die fester Bestandteil der russischen Kriegsführung sind». Wohin auch
immer Putins Russland gehe, es bringe Kriegsverbrechen und Barbarei.
«Butscha bleibt eine offene Wunde auf der Seele der Ukraine und auf
der Seele Europas», sagte der Minister.
Bundesregierung will Täter zur Rechenschaft ziehen
Als Gründungsmitglied der Schadenersatzkommission und mit dem Einsatz
für ein Sondertribunal für das Verbrechen der Aggression setze sich
Deutschland dafür ein, «dass Russlands Untaten nicht ungestraft
bleiben», erinnerte Wadephul. Er habe dem Generalsekretär des
Europarats heute auch offiziell mitgeteilt, dass Deutschland Mitglied
des Verwaltungsrats des Sondertribunals werden wolle. «Damit ist ein
nächster wichtiger Schritt getan», sagte Wadephul.
Der Außenminister teilte zudem mit, dass die Bundesregierung
zusätzliche 70 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der Ukraine zur
Verfügung stelle. Das Geld gehe an UN-Organisationen sowie an lokale
und internationale Nichtregierungsorganisationen, die für Menschen
insbesondere in den Frontgebieten dringend benötigte Unterstützung
leisten. Dabei gehe es etwa um Brikettlieferungen bis zu mobil
einsetzbaren Ärzteteams oder Beratungen zu mentaler Gesundheit.
