EU-Delegation: China muss Warenexporte stärker kontrollieren
31.03.2026 15:39
Chinas Exporte fluten aus Brüssels Sicht Europas Märkte. Eine
EU-Delegation will das in Peking ansprechen - und läutet damit auch
das mögliche Ende einer Besuchs-Eiszeit ein.
Peking (dpa) - Bei ihrem ersten Besuch nach acht Jahren haben
EU-Parlamentarier in China mehr Kontrolle beim Export chinesischer
Waren verlangt. «Wir haben auch mehrfach gesagt, es wäre wichtig,
dass auch die Exporte stärker kontrolliert werden von chinesischer
Seite», sagte die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im
EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne), in Peking. Für Unternehmen sei
es wichtig, dass sie sich an Gesetze hielten und sie bei laufenden
Verfahren ihre Politik anpassten und das schneller täten, als es
bisher der Fall sei.
Die neunköpfige Gruppe aus dem Ausschuss für den Binnenmarkt und
Verbraucherschutz will nach Peking auch die ostchinesische
Wirtschaftsmetropole Shanghai besuchen und dabei mit Vertretern des
Online-Giganten Alibaba sowie der E-Commerce-Plattformen Shein und
Temu treffen.
Nach dem Skandal um den Verkauf von Sexpuppen mit kindlichem Aussehen
hatte die Europäische Kommission gegen Shein ein Verfahren
eingeleitet. Auch Temu steht bei der Brüsseler Behörde im Verdacht,
sich nicht an EU-Regeln zu halten.
Die EU kritisiert zudem schon länger eine Flut an Billigwaren aus
China, die den europäischen Wirtschaftsraum erreichen. Laut Angaben
der Kommission sind die E-Commerce-Importe über Online-Marktplätze
wie Temu, Shein, Alibaba und weitere in die EU im Jahr 2024 deutlich
auf 4,6 Milliarden kleine Pakete gestiegen. 91 Prozent stammten
EU-Angaben zufolge aus China.
Ende der «Besuchs-Eiszeit»?
Erstmals seit acht Jahren ist damit wieder eine Delegation des
EU-Parlaments in China. Zuvor hatte wegen Handelsstreitigkeiten,
Chinas Beziehungen zu Russland im Ukraine-Krieg und weiterer Themen
eine Eiszeit im beiderseitigen Verhältnis geherrscht. Im vergangenen
Jahr hatte Peking dann Sanktionen gegen einige EU-Parlamentarier
aufgehoben.
Pekings Außenamt begrüßte die China-Reise. «Wir glauben, dass der
Besuch den Austausch und die Kooperation zwischen den gesetzgebenden
Institutionen fördern wird», sagte Sprecherin Mao Ning in Peking. Er
werde das Verständnis für China verbessern und die Entwicklung der
EU-China-Beziehungen vorantreiben.
