Geburtenrate in Italien sinkt immer weiter

31.03.2026 18:47

Trotz weniger Geburten bleibt Italiens Bevölkerungszahl stabil.
Zuwanderung spielt dabei eine entscheidende Rolle, zeigen neue
Statistikdaten.

Rom (dpa) - In Italien werden weniger Kinder geboren: Im vergangenen
Jahr kamen in dem EU-Land nur noch etwa 355.000 Kinder zur Welt - im
Vergleich zu 2024 ein Minus von 3,9 Prozent. Die Geburtenrate sank
nach Angaben des nationalen Statistikamtes Istat auf statistisch 1,14
Kinder pro Frau, 2024 waren es noch 1,18 Kinder pro Frau. Die
niedrige Geburtenrate in dem einst so kinderreichen Land gehört seit
langem zu Italiens großen Problemen.

Auch wird die Bevölkerung des Landes immer älter. Die Zahl der
mindestens Hundertjährigen in Italien hat erneut einen neuen
Höchststand erreicht: Etwa 24.000 Menschen sind den Daten des
nationalen Statistikamtes zufolge über 100 Jahre alt. Das seien
ungefähr 2.000 mehr als 2024, hieß es in dem Bericht.

Gesamtbevölkerung Italiens aber stabil

Der Geburtenrückgang und das Altern der Bevölkerung stellen nach
Einschätzung von Experten die Wirtschaftsentwicklung und das
Sozialsystem des Landes vor große Herausforderungen. Italien ist mit
dem Problem aber nicht allein: In vielen europäischen Ländern sinkt
die Geburtenrate. Italien gehört allerdings im Vergleich zu anderen
Ländern zu den Schlusslichtern, nur wenige Länder - wie etwa Spanien
und Malta - liegen noch hinter Italien.

In Deutschland lag die Geburtenrate 2024 laut Zahlen des
Statistischen Bundesamts bei 1,35 Kindern pro Frau und damit zwei
Prozent niedriger als im Jahr zuvor. In der Europäischen Union lag
der Schnitt 2024 bei 1,34 lebend geborenen Kindern pro Jahr, wie aus
Zahlen der Statistikbehörde Eurostat hervorgeht. Zahlen für 2025
liegen jeweils noch nicht vor.

Italiens Bevölkerung im Ganzen hat sich den neuen Istat-Daten zufolge
jedoch nach 12 Jahren des Rückgangs wieder stabilisiert. Am 1. Januar
dieses Jahres lag die Wohnbevölkerung bei 58,94 Millionen und damit
fast unverändert gegenüber dem Vorjahr, hieß es vom Statistikamt
weiter. Zuwanderung gleicht demnach die sinkende Zahl der Geburten in
dem Land fast vollständig aus.