EU-Kommissar: keine schnelle Energie-Normalität

31.03.2026 18:53

Die Preise für Gas und Öl sind stark gestiegen und der Iran-Krieg
macht sich auch beim Strompreis bemerkbar. Der Energiekommissar der
Europäischen Union stimmt auf längere Folgen ein.

Brüssel (dpa) - Der Energiekommissar der Europäischen Union, Dan
Jørgensen, rechnet mit längeren Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die
Energiepreise. «Natürlich hoffen wir alle auf einen möglichst raschen

Frieden, aber ich halte es für äußerst wichtig, so deutlich wie
möglich zu sagen, dass wir selbst bei einem morgigen Friedensschluss
in absehbarer Zukunft nicht zur Normalität zurückkehren werden»,
sagte der Däne in Brüssel nach einer Videoschalte der Energieminister
der EU mit Blick auf den Iran-Krieg. 

Die Energieinfrastruktur in der Region sei durch den Krieg zerstört
worden und werde weiter zerstört. Die Gaspreise in der EU seien seit
Beginn des Konflikts im Nahen Osten um rund 70 Prozent gestiegen, die
für Öl um 60 Prozent. 30 Tage Konflikt hätten die Importkosten der
Union für fossile Brennstoffe um 14 Milliarden Euro erhöht. 

 «Keine unmittelbaren Versorgungsengpässe»

Es gebe zwar derzeit in der EU «keine unmittelbaren
Versorgungsengpässe bei Öl und Gas», doch man beobachte eine
Verknappung insbesondere bei Diesel und Flugkraftstoff sowie
zunehmende Engpässe auf den globalen Gasmärkten und in der Folge
Auswirkungen auf die Strompreise. Die Kommission koordiniere
Maßnahmen zur Wiederauffüllung der Gasspeicher und zur Sicherung der
Ölversorgung. 

Die EU-Kommission werde bald weitere Vorschläge machen, kündigte
Jørgensen an. Dabei gehe es teils auch um die leichtere Anwendung
bereits vorgesehener Hilfsmöglichkeiten. Er verwies auch auf die
große Bedeutung erneuerbarer Energien für die Energieunabhängigkeit
Europas. 

Die EU-Staaten seien sich in der Schalte einig gewesen, dass
Maßnahmen auf EU-Ebene und in den Staaten «sorgfältig konzipiert,
koordiniert, zielgerichtet und auf die aktuelle Lage zugeschnitten
sein müssen» und gleichzeitig mit den langfristigen Zielen im
Einklang sein müssen, sagte Zyperns Energieminister Michael Damianos.
Zypern hat derzeit die rotierende Ratspräsidentschaft inne. An der
Videoschalte nahm auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
teil.