EU-Außenbeauftragte für gemeinsames Vorgehen gegen Schattenflotte
01.04.2026 00:01
Die EU-Außenbeauftragte wirbt dafür, den Druck auf Russland zu
erhöhen. Ein wichtiger Hebel dafür sei, gemeinsam gegen die
Schattenflotte vorzugehen.
Berlin (dpa) - Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas plädiert dafür,
für ein Ende des Ukraine-Kriegs den wirtschaftlichen Druck auf
Russland noch einmal deutlich zu erhöhen. «Wir müssen mit der
Schattenflotte etwas tun, denn das ist ein Instrument, das Russland
nutzt, um Öl herauszuholen aus Russland und zu verteilen», sagte
Kallas den ARD-«Tagesthemen». Auf diese Weise bekomme Russland
Einkünfte, um den Krieg zu finanzieren.
«Hier müssen wir kreativ sein, wir müssen mit unseren Partnern
zusammensitzen, mit ihnen sprechen, denn wenn das Vereinigte
Königreich, die USA, Europa, die G7-Partner die gleichen Sanktionen
erlassen, dann haben wir großen Effekt», sagte sie. Jetzt liege der
Schwerpunkt darauf, mehr Druck auf Russland auszuüben, so dass Moskau
diesen Krieg beende. Sie betonte, der russischen Volkswirtschaft gehe
es nicht gut.
Mit der russischen Schattenflotte sind Tanker und Frachtschiffe
gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim
Öltransport einsetzt. Die EU warnt schon länger davor, dass Schiffe
der Schattenflotte auch als Plattform für den Start von Drohnen für
Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.
Kallas: Verfolgung der Täter muss jetzt beginnen
Gefragt, ob durch den Iran-Krieg Waffen, die eigentlich für die
Ukraine bestimmt und von Europa finanziert seien, in den Nahen Osten
umgeleitet würden, antwortete Kallas, sie habe die Nato zu diesen
Gerüchten gefragt. Ihr sei gesagt worden, es stimme nicht, die Waffen
gingen weiter in die Ukraine wie geplant.
Kallas sprach sich zudem dafür aus, man müsse jetzt «mit der
Verfolgung der Täter beginnen, obwohl das schwierig ist». Denn wenn
der Krieg ein Ende finde, brauche man «die Sicherheit, dass die
Menschen, die gelitten haben in der Ukraine (...), Gerechtigkeit
sehen».
