Ein Jahr nach Trumps Zolltafel im Rosengarten: Eine Chronologie

02.04.2026 05:45

Zölle gelten als das liebste Instrument des US-Präsidenten: Am 2.
April 2025 überzog er damit nahezu die ganze Welt. Ein Rückblick auf
die entscheidenden Tage.

Washington (dpa) - Seit einem Jahr bestimmt US-Präsident Donald Trump
den Welthandel mit seinen Zollbeschlüssen. Wie reagierten die
Handelspartner, wie die Gerichte - und wie geht es mit den Zöllen
weiter? Eine Chronologie:

2. April 2025

Trump unterzeichnet ein Dekret zur Einführung eines pauschalen
Basiszolls in Höhe von zehn Prozent auf alle Importe in die USA.
Grundlage dafür ist das Notstandsgesetz IEEPA. Für viele Länder
sollen je nach Handelsdefizit höhere Strafabgaben greifen. Es ist der
bisher aggressivste und folgenschwerste Schritt in der Handelspolitik
des US-Präsidenten.

9. April 2025

Gegenschlag der Europäischen Union: Die Mitgliedstaaten machen den
Weg für erste Gegenzölle zwischen 10 und 25 Prozent frei. Wegen
Verhandlungen mit Trump wenden sie die Zölle aber zunächst nicht an.

12. Juli 2025

Trump kündigt Zölle von 30 Prozent auf alle Waren aus der
Europäischen Union und Mexiko ab dem 1. August 2025 an.

14. Juli 2025

Die EU bereitet nach Trumps Zollankündigungen zusätzliche Gegenzölle

im Wert von 72 Milliarden Euro vor. Gleichzeitig machte EU-Kommissar
Maros Sefcovic deutlich, dass sich die EU bis Anfang August weiter um
eine Verhandlungslösung bemühen wird.

21. August 2025

Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einigen sich
in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die
meisten EU-Warenimporte in die USA. Auch für europäische Autos und
Autoteile soll der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU,
Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für
US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu
erleichtern.

20. Februar 2026

Das Oberste US-Gericht kippt viele von Trumps Zöllen. Dabei hatte
sich der Präsident auf das Notstandsgesetz IEEPA berufen. Mit einer
deutlichen Mehrheit von sechs zu drei entschieden die Richter, Trump
habe damit seine Befugnisse überschritten. Nur wenige Stunden später
meldet sich der Republikaner und kündigt an, auf anderen Wegen Zölle
erheben zu wollen.

21. Februar 2026

Trump unterzeichnet ein Dekret für einen zeitlich befristeten
globalen Zoll in Höhe von zehn Prozent. Dieser greife ab dem 24.
Februar, hieß es. Für den neuen Zollsatz stützt sich Trump auf ein
Handelsgesetz aus dem Jahr 1974. Dieses erlaubt es, Zölle auf Importe
für bis zu 150 Tage lang zu erheben. Nur einen Tag nach der
Unterzeichnung kündigt Trump eine Erhöhung auf 15 Prozent an - das
wäre der maximale Satz, den die Regierung unter dem Handelsgesetz
verhängen kann.

26. März 2026

Das Europäische Parlament will die weitere Umsetzung des Zolldeals
mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen. Die Abgeordneten sprachen
sich mehrheitlich dafür aus. Für den Vollzug müssen auch die
Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.