100 Prozent auf Arznei: US-Regierung erhebt neue Zölle

02.04.2026 22:34

Genau ein Jahr nach der großen Zolloffensive von Trump legt seine
Regierung nach. Bei Arzneimitteln ist die EU nicht betroffen - bei
einem anderen Punkt aber schon.

Washington (dpa) - Ein Jahr nach der großen Zolloffensive von
US-Präsident Donald Trump legt seine Regierung mit weiteren Abgaben
nach. Auf patentgeschützte Arzneimittel werde künftig in der Regel
ein Zollsatz von 100 Prozent des Warenwertes fällig, wie aus einem
Dekret des Weißen Hauses hervorgeht. Für große Unternehmen gelte das

in 120 Tagen, für kleinere 60 Tage später.

Die EU und damit Deutschland sind wegen des geschlossenen Abkommens
ausgenommen. Allerdings ändert die US-Regierung auch ihre Zollregeln
für eingeführte Stahl- und Aluminiumprodukte, die auch für
Deutschland gelten.

Regierung will Produktion in die USA holen

Der Schritt macht deutlich, dass die US-Regierung auch nach dem
wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofes weiter an der
aggressiven Zollpolitik festhält. Trump hatte sie zum Kernelement
seiner zweiten Amtszeit gemacht. Zum einen will er mit den Zöllen
mehr Produktion in die USA holen und so Arbeitsplätze sichern. Zudem
sieht es seine Regierung auf Mehreinnahmen in Milliardenhöhe ab.

Besonders die hohen Arzneimittelpreise in den USA sind Trump seit
längerem ein Dorn im Auge. Neue Zölle waren deshalb bereits erwartet
worden. Ausgenommen sind neben EU-Staaten auch die Schweiz und das
Vereinigte Königreich, auch für Japan gilt die Ausnahme. Den Angaben
zufolge können Länder ihre Zölle auch auf null senken, wenn sie
entsprechende Vereinbarungen mit der Regierung treffen und mit dem
Bau von Fabriken in den USA beginnen.

Änderungen bei Aluminium könnten auch Deutschland treffen

Zusätzlich zu den Arzneimitteln will die US-Regierung auch bei
Aluminium, Stahl und Kupfer Änderungen vornehmen. «Wir haben nicht
die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt die angegebenen
Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich gesenkt hat», sagte
ein hochrangiger Regierungsbeamter.

Der Zollsatz von 50 Prozent soll deshalb künftig nicht auf den Preis
des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den Preis, der am
amerikanischen Markt fällig wird. Für Unternehmen, die in die USA
exportieren, könnte das deutlich höhere Abgaben bedeuten.

Deutsche Exportwirtschaft ächzt unter Zolllast

Für andere Produkte könnte der Zollsatz hingegen sogar fallen.
Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium oder Kupfer
bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25 Prozent fällig.
Zuvor war ein 50-prozentiger Satz auf den Anteil des Produkts fällig
geworden, der aus einem der Stoffe besteht, wie der Regierungsbeamte
ausführte. 

In der deutschen Wirtschaft sind die Folgen von Trumps Zollpolitik
schon jetzt deutlich zu spüren. Im vergangenen Jahr brachen die
Ausfuhren in die USA ein - China löste die Vereinigten Staaten als
wichtigster Handelspartner ab.