Arznei und Stahl: Trumps Zolloffensive geht weiter
03.04.2026 04:30
Zölle auf Arznei, Neuerungen bei Stahl: US-Präsident Trump sendet
erneut Schockwellen in den Welthandel. Es zeigt: Auch nach dem
Rückschlag vor Gericht bleibt er bei seiner aggressiven Zollpolitik.
Washington (dpa) - Mit neuen Zöllen auf Arznei und geänderten
Zollregeln bei Stahl treibt die US-Regierung ihre aggressive
Handelspolitik voran. Mit einem satten Aufschlag von 100 Prozent will
sie Pharmakonzerne dazu bewegen, sich in den USA anzusiedeln -
Deutschland und die EU insgesamt sowie andere Nationen sind wegen
separater Abkommen jedoch ausgenommen.
Der Tag der Bekanntmachung am Donnerstag war nicht irgendeiner: Vor
einem Jahr, am 02. April, hatte US-Präsident Donald Trump mit seinen
Zolltafeln im Rosengarten des Weißen Hauses den Welthandel unter
Schock gesetzt. Viele seiner Zölle sind zwar mittlerweile vom
Obersten Gerichtshof gekippt worden. Der neue Aufschlag zeigt aber,
dass Trump an seiner umstrittenen Zollpolitik nicht nur festhält,
sondern sie noch ausbaut.
Der neue Zoll wird auf patentgeschützte Arzneimittel fällig: Für
Großkonzerne gilt das in 120 Tagen, für kleinere Unternehmen 60 Tage
später. Wer sich für eine Ansiedlung in den USA entscheidet, kann die
Zölle unter Umständen auf null reduzieren.
Stahlzölle: US-Regierung will Einnahmen erhöhen
Für Deutschland relevanter sind Neuerungen bei Stahl, Aluminium und
Kupfer: Bei Stahlbalken und ähnlichen Produkten soll der Zollsatz von
50 Prozent künftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden,
sondern auf den Preis, der am amerikanischen Markt fällig wird. Die
US-Regierung will damit ihre Einnahmen deutlich erhöhen.
«Wir haben nicht die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt
die angegebenen Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich
gesenkt hat», sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter. Mit der neuen
Regel soll der künstlichen Verbilligung nun ein Ende bereitet werden.
Für andere Produkte wie Waschmaschinen könnte der Zollsatz hingegen
sogar fallen. Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium
oder Kupfer bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25
Prozent fällig. Zuvor war der 50-prozentige Satz auf den Anteil des
Produkts fällig geworden, der aus einem der Stoffe besteht, wie der
Regierungsbeamte ausführte.
