Griechenland plant Social-Media-Verbot für Kinder unter 15

08.04.2026 10:47

Griechenland zieht die Reißleine: Ab 2027 sollen Kinder unter 15
komplett von Social Media ausgeschlossen werden. Warum Athen diesen
Schritt für notwendig hält.

Athen (dpa) - Griechenland will zahlreichen Minderjährigen den Zugang
zu sozialen Medien künftig verbieten. Wie Ministerpräsident Kyriakos
Mitsotakis auf TikTok ankündigte, soll ab dem 1. Januar 2027 ein
entsprechendes Gesetz in Kraft treten. Demnach dürfen Kinder unter 15
Jahren keine Social-Media-Plattformen mehr nutzen. «Wir haben
beschlossen, etwas Schwieriges, aber Notwendiges voranzutreiben»,
sagte Mitsotakis. Ziel der Maßnahme sei es, junge Menschen besser vor
den negativen Auswirkungen digitaler Plattformen zu schützen.

Appell an Jugendliche

Direkt an jüngere Nutzer gewandt räumte Mitsotakis ein, dass die
Pläne auf Widerstand stoßen könnten. «Ich bin mir sicher, dass viel
e
Jüngere jetzt verärgert auf mich sein werden - in eurem Alter hätte
ich vielleicht genauso empfunden. Aber unsere Aufgabe ist es nicht,
angenehm zu sein», sagte er. Wenn soziale Medien dazu führten, sich
gestresst zu fühlen oder schlechter über sich selbst zu denken, «dann

lohnt es sich, eine Grenze zu setzen», fügte er hinzu. 

Kritik an Plattform-Design

Mitsotakis kritisierte zudem den «süchtig machenden Aufbau» vieler
Angebote, der gestoppt werden müsse. Kinder und Jugendliche seien den
Mechanismen der Plattformen oft schutzlos ausgeliefert, weshalb der
Staat hier eine besondere Verantwortung trage. Zugleich äußerte er
die Hoffnung, dass auch andere EU-Staaten dem Vorstoß Griechenlands
folgen werden.

Mitsotakis forderte zudem in einem Schreiben an
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen einheitlichen
europäischen Rahmen bis Ende 2026, da nationale Maßnahmen allein
nicht ausreichten.