Betrug mit EU-Geldern: Festnahmen und Razzien in Tschechien

08.04.2026 12:25

Hochrangige Beamte, sichergestellte Immobilien und Millionen Euro:
Ein Geschäftsmann steht in Tschechien im Verdacht, mit Tricks an
EU-Subventionen für Wissenschaftsprojekte gekommen zu sein.

Prag (dpa) - Europäische Ermittler haben in Tschechien zu einem
Schlag gegen EU-Subventionsbetrug ausgeholt. Bei landesweiten Razzien
wurden in Kooperation mit der tschechischen Polizei sieben
Verdächtige festgenommen, darunter drei Staatsbedienstete, wie die
Europäische Staatsanwaltschaft mitteilte. Von den Durchsuchungen sei
unter anderem auch das Ministerium für Industrie und Handel in Prag
betroffen gewesen.

Mutmaßliche hochrangige Beamte involviert

Den Verdächtigen werde vorgeworfen, eine kriminelle Bande gebildet zu
haben, um Subventionen für ein Bauprojekt für ein Innovationszentrum
für wissenschaftliche Projekte zu erschleichen. Ein Geschäftsmann
habe seine Kontakte zu hochrangigen Beamten genutzt, um die Gelder
seinen beiden Firmen zuzuschanzen. Bei den Förderanträgen seien
unwahre oder verzerrte Angaben gemacht worden.

Immobilien und Geld sichergestellt

Es gehe um 13,5 Millionen Euro, von denen fünf Millionen bereits
ausgezahlt worden seien. Die Ermittler stellten demnach bei den
Durchsuchungen mehr als zwei Millionen Euro an Geld sowie Immobilien
sicher. Seit Mitte Dezember regiert in Tschechien eine EU-kritische
Regierung aus der populistischen ANO des Milliardärs Andrej Babis und
zwei Kleinparteien am rechten Rand. Babis drohte jüngst selbst ein
Prozess wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs. Er ist aber als
Abgeordneter vor Strafverfolgung geschützt.