Analyse: Milliardenkosten wegen «Energieschock»-Maßnahmen
09.04.2026 16:51
Deutschland und andere EU-Staaten haben seit dem Iran-Krieg laut
einer Untersuchung über 120 Maßnahmen gegen hohe Energiepreise auf
den Weg gebracht - mit Milliardenkosten.
Brüssel (dpa) - Um die stark gestiegenen Energiepreise infolge des
Iran-Kriegs abzufedern, haben Deutschland und 21 andere EU-Staaten
einer Analyse zufolge Maßnahmen im Umfang von mehr als neun
Milliarden Euro eingeleitet. Dazu kämen laut der Untersuchung der
Denkfabrik Jacques-Delors-Institut bislang weitere 13 Milliarden Euro
an zusätzlichen Kosten für den Import fossiler Brennstoffe wie Öl und
Gas seit Beginn des Konflikts.
Der Thinktank schaute sich in seiner Untersuchung an, wie die Länder
bisher auf nationaler Ebene auf den «Energieschock» reagierten.
Zusammengezählt hätten 22 der 27 Mitgliedsstaaten insgesamt 120
Maßnahmen auf den Weg gebracht. Sie zielten hauptsächlich darauf ab,
Preissignale zu schwächen, heißt es in der Mitteilung des
Jacques-Delors-Instituts. So setzen einige Länder (9) auf Preisdeckel
wie tägliche Obergrenzen oder auf fiskalische Maßnahmen (15 Länder)
wie etwa die Senkung der Mehrwertsteuer. In Deutschland etwa dürfen
Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag erhöhen, um 12 Uhr
mittags, Preissenkungen sind rund um die Uhr erlaubt.
Sofortige Entlastung, langfristige Risiken?
Die meisten Initiativen richten sich nach Angaben des Thinktanks an
die Allgemeinheit, nur wenige Länder fokussieren sich bei den
Entlastungen speziell auf bestimmte Gruppen wie Haushalte mit
niedrigem Einkommen oder wirtschaftlich leicht verwundbare Sektoren.
