Barley: Magyar würde Ungarns Blockadehaltung aufgeben
10.04.2026 11:08
Die EU setzt Hoffnungen in Orbans Herausforderer bei der Wahl in
Ungarn. SPD-Politikerin Barley macht aber auch klar, dass sich mit
Peter Magyar nicht alles grundlegend ändern würde.
Berlin (dpa) - Die SPD-Europapolitikerin Katarina Barley erwartet,
dass Ungarn bei einem Regierungswechsel die Blockadehaltung in der
Europäischen Union aufgeben würde. Mit Blick auf einen möglichen Sieg
des Herausforderers von Regierungschef Viktor Orban, Peter Magyar,
sagte Barley im Sender Phoenix zwar: «Politisch wird sich gar nicht
so viel ändern, das sagt er auch.» So werde er wahrscheinlich an der
Migrationspolitik von Orban festhalten. Was sich ändern dürfte, sei
das Verhältnis zur Europäischen Union.
Magyar sei ein Gewächs von Orbans Fidesz-Partei und sei in ihr zu
politischer Macht gekommen, sagte Barley. In vielen Bereichen sei er
ein Konservativer. Aber er sei selbst auch Mitglied im Europäischen
Parlament «und wird da sicherlich einen ganz anderen Umgang, einen
konstruktiven Umgang pflegen, und sicherlich nicht mehr als
Blockierer auftreten wie das bei Viktor Orban der Fall war oder
ist».
Mit Blick auf die Ukraine-Unterstützung verwies Barley darauf, dass
Magyar der Europäischen Volkspartei (EVP) angehört. Für deren Chef,
CSU-Politiker Manfred Weber, kämen nur Parteien infrage, die für die
Ukraine sind, sagte Barley. Sicherlich sei Magyar kein
Ukraine-Unterstützer aus großer Überzeugung wie viele andere. «Er
wird kritischer sein als viele andere in der Europäischen Union, aber
jedenfalls erwarten wir das in der EU, dass er nicht diese
Blockadehaltung einnehmen wird.»
Die Parlamentswahl am Sonntag in Ungarn bezeichnete Barley als «ganz
unglaublich wichtige Wahl».
