Baltenstaaten werfen Russland Desinformationskampagne vor

10.04.2026 18:11

Die Ukraine hat zuletzt wiederholt Drohnenangriffe auf Ziele im
Nordwesten Russlands gestartet. Die baltischen Staaten weisen
russische Anschuldigungen einer Beteiligung daran deutlich zurück.

Tallinn/Riga/Vilnius (dpa) - Die baltischen Staaten Estland, Lettland
und Litauen haben den Behauptungen aus Moskau entschieden
widersprochen, wonach sie ihr Territorium und ihren Luftraum für
ukrainische Angriffe gegen Russland zur Verfügung gestellt hätten. In
einer gemeinsamen Erklärung wiesen die Außenminister der drei
baltischen EU- und Nato-Staaten die «andauernde russische
Desinformationskampagne gegen unsere Länder» als «völlig haltlos»

zurück. 

Die Anschuldigungen seien bereits Ende März gegenüber den
Geschäftsträgern der russischen Vertretungen in Tallinn, Riga
und Vilnius unmissverständlich widerlegt worden. Dennoch setze
Russland ungeachtet dieser Reaktion seine Lügen fort, hieß es in der

Mitteilung der drei Länder. Betont wurde darin zugleich auch, dass
die Ukraine das Recht habe, sich gegen den russischen Angriffskrieg
zu verteidigen. 

Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren

mit einem verheerenden Krieg. Teil der ukrainischen Gegenwehr sind
Luftangriffe auf Industrie- und Militäreinrichtungen im russischen
Hinterland. Zuletzt hatte die Ukraine wiederholt Ziele im Nordwesten
Russlands nahe der Grenze zu Estland angegriffen. 

Bei den Angriffen sind mehrere fehlgeleitete ukrainische Drohnen in
den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und teils
abgestürzt. Verletzte oder größere Schäden gab es dabei nicht.
Russland hatte daraufhin seine unbelegten Behauptungen erhoben.
«Statt seine bösartige Desinformationskampagne fortzusetzen, muss
Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine beenden», schrieben
die baltischen Außenminister weiter.