Agrarkommissar: Düngemittel-Industrie in der EU halten
10.04.2026 18:45
EU-Agrarkommissar Christophe Hansen fordert, Werksschließungen in der
Düngemittel-Industrie zu verhindern. Warum ist das für die Versorgung
der Landwirte so wichtig?
Lutherstadt Wittenberg (dpa/sa) - Der EU-Agrarkommissar Christophe
Hansen will verhindern, dass Europa bei der Düngemittelproduktion in
eine zunehmende Abhängigkeit von anderen Ländern rutscht.
Werksschließungen innerhalb der Europäischen Union müssten unbedingt
verhindert werden, sagte der Luxemburger bei einem Besuch der SKW
Stickstoffwerke Piesteritz GmbH. Zugleich müsse aber auch
sichergestellt werden, dass die Landwirtschaft Düngemittel zu
akzeptablen Preisen beschaffen kann.
«In ganz vielen Bereichen unserer Wirtschaft haben wir
Abhängigkeiten. Sagen wir im Medizinbereich - ganz viele Wirkstoffe
für Medikamente müssen wir zu 100 oder zu 90 Prozent aus China,
Indien und wo auch immer her importieren.
Wir haben das Gleiche bei Semiconductors, bei Microchips, wo wir auch
zu abhängig sind», sagte Hansen. «Und ich will verhindern, dass wir
auch im Lebensmittelbereich in die gleiche Abhängigkeit fallen.»
Die Landwirtschaft in der EU sei extrem unter Druck - auch durch hohe
Düngemittelpreise. Schon vor der durch den Krieg im Iran ausgelösten
Krise hätten sich Düngemittel um 60 Prozent verteuert im Vergleich zu
2020, sagte Hansen. Würden diese Preise weiter steigen, schwäche das
die Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. «Und
deshalb ist das wichtig, dass wir genügend Düngemittel zur Verfügung
haben und zu Preisen, mit denen unsere Landwirte dann auch
produzieren können», sagte der Agrarkommissar.
