Europäischer Flughafenverband warnt vor Kerosin-Knappheit

11.04.2026 16:11

Noch sieht die EU keine Versorgungsengpässe mit Öl. Wenn sich der
Transit im Nahen Osten nicht bald stabilisiere, könnte sich das aber
beim Flugtreibstoff ändern, mahnt der Flughafenverband.

Brüssel (dpa) - Der europäische Flughafenverband ACI Europe sorgt
sich infolge der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise um
ausreichend Kerosin. Wenn der Transit durch die Straße von Hormus
nicht innerhalb der nächsten drei Wochen «in nennenswertem und
stabilem Umfang» wieder aufgenommen werde, gehe man derzeit davon
aus, dass eine Knappheit von Flugtreibstoff in der EU Realität werden
dürfte, schreibt Generaldirektor Olivier Jankovec in einem Brief an
die Europäische Kommission. Das Schreiben liegt der Deutschen
Presse-Agentur vor. Zuvor hatten andere Medien berichtet.

Es sei von entscheidender Bedeutung, dass die EU die Verfügbarkeit
und eine stabile Versorgung mit Flugtreibstoff priorisiere, fordert
er weiter. Denn eine Kerosinknappheit würde die Luftverkehrsanbindung
unvermeidlich einschränken und damit der europäischen Wirtschaft
erheblich schaden, so Jankovec. «Die Tatsache, dass wir in die
Hauptsaison des Sommers eintreten - in der der Luftverkehr das
gesamte Tourismusökosystem ermöglicht, von dem viele
Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten abhängig sind - verstärkt diese
Bedenken zusätzlich.»

Jankovec fordert weiterhin eine EU-weite Übersicht und Überwachung
der Kommission dazu, wie viel Kerosin aktuell verfügbar ist und wie
viel in Zukunft verfügbar sein wird - im Vergleich zum Bedarf. Eine
solche Übersicht gebe es bislang nicht. Darüber hinaus bittet er die
Brüsseler Behörde unter anderem um Prüfung von gemeinsamen
Kerosin-Käufen und einer vorübergehenden Aufhebung von Beschränkungen

und regulatorischen Vorgaben, die die Einfuhr von Flugtreibstoff
einschränkten.

Nach einem Treffen der EU-Expertengruppe für Öl am Mittwoch hatte es
geheißen, dass für die Versorgungssicherheit der Europäischen Union
derzeit kein Risiko bestehe und auch für April nicht erwartet werde.