Von der Leyen: «Ungarn hat Europa gewählt»

12.04.2026 22:48

Ungarns bisheriger Regierungschef Viktor Orban verliert bei den
Parlamentswahlen laut Teilergebnissen klar gegen Herausforderer Peter
Magyar. In Brüssel wird aufgeatmet.

Brüssel (dpa) - Nach dem Abzeichnen eines Wahlsiegs des bisherigen
Oppositionsführers Peter Magyar in Ungarn zeigt sich
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erleichtert. «Ungarn
hat Europa gewählt», schrieb die deutsche Spitzenpolitikerin auf der
Plattform X. «Ein Land findet zurück auf seinen europäischen Weg.»

Europa habe sich immer für Ungarn entschieden, schrieb sie weiter.
«Die Union wird stärker.» Angaben einer Sprecherin zufolge
gratulierte von der Leyen dem voraussichtlichen Wahlsieger Magyar und
sie vereinbarten eine enge Zusammenarbeit.

EU-Ratspräsident António Costa schrieb auf X, die
Rekordwahlbeteiligung zeige den demokratischen Geist des ungarischen
Volkes. «Sie haben gesprochen - und ihr Wille ist klar.» Er freue
sich darauf, eng mit Magyar zusammenzuarbeiten, um Europa stärker und
wohlhabender zu machen, so der Portugiese.

Der Chef des christdemokratischen Parteienbündnisses EVP im
Europäischen Parlament, Manfred Weber, sagte mit Blick auf den
voraussichtlichen Wahlerfolg Magyars: «Das ist ein klarer Sieg für
die Demokratie in Ungarn und für Europa.» Seine Botschaft an die
Ungarn heute sei: «Willkommen zurück im Herzen Europas.» Peter Magyar

und die EVP hätten deutlich gezeigt, dass mit bürgerlicher,
lösungsorientierter Politik Wahlen gegen Rechtsaußen gewonnen werden
können.

Der Grünen-Europaabgeordnete Daniel Freund sagte, der sich
abzeichnende Wahlerfolg Magyars sei das Ende von Orbans «korruptem
Mafiastaat». «Damit schicken die Ungarinnen und Ungarn ein Signal in
die Welt, dass die AfD, Le Pen und die Regierung im Weißen Haus mit
Schrecken vernehmen werden», so Freund. Seit Jahren eiferten sie
Orban nach und hätten im Wahlkampf alles für ihn gegeben. «Dennoch
ist die Ikone der illiberalen Europafeinde nun gescheitert - an der
desaströsen Wirtschaft, der Korruption und an seinem eigenen unfairen
Wahlsystem.»