Hilfsorganisationen fordern vor Sudan-Konferenz entschlossenes Handeln
13.04.2026 11:59
Eine internationale Konferenz in Berlin befasst sich am Mittwoch mit
dem Krieg im Sudan. Hilfsorganisationen wollen konkrete Schritte zum
Schutz der Menschen sehen.
Berlin (dpa) - Die im Deutschen Sudan-Netzwerk zusammengeschlossenen
Hilfsorganisationen fordern vor der dritten Internationalen
Sudan-Konferenz in Berlin entschlossenes Handeln zum Schutz der
Menschen in der derzeit größten humanitären Krise der Welt. Es müss
e
oberste Priorität haben, dass die Zivilbevölkerung geschützt werde,
so die Netzwerkmitglieder. Zu ihnen gehören unter anderem die
Welthungerhilfe, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International, Diakonie
Katastrophenhilfe, Save the Children und Plan International.
Die internationale Konferenz am Mittwoch besteht aus einem
Außenministertreffen, einer humanitären Konferenz mit
Finanzierungszusagen und einer Zusammenkunft ziviler Akteure, um
einen Friedensfahrplan auszuhandeln. Ausgerichtet wird die Konferenz
von der Bundesregierung gemeinsam mit Großbritannien, Frankreich, den
USA sowie der Europäischen und Afrikanischen Union.
Der Bürgerkrieg im Sudan begann am 15. April 2023 aus einem
Machtkampf zwischen dem sudanesischen De-facto-Führer Abdel-Fattah
al-Burhan und seinem ehemaligen Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo.
Menschenrechtsorganisationen werfen sowohl der Regierungsarmee SAF
als auch Daglos Miliz RSF zahlreiche Menschenrechts- und
Kriegsverbrechen vor. Angesichts weit verbreiteten Hungers und
derzeit 11,6 Millionen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen sprechen
die UN von der größten humanitären Krise der Welt.
«Menschen in Not brauchen ungehinderten und sicheren Zugang zu
humanitärer Hilfe - unabhängig von einem Waffenstillstand», betont
das Sudan-Netzwerk. Es brauche mehr Druck auf die Konfliktparteien,
die Zivilbevölkerung und zivile Einrichtungen zu schützen,
Hilfsprogramme nicht länger einzuschränken und humanitären Zugang zu
gewähren. Zudem müssten die Gelder für humanitäre Hilfe aufgestockt
werden. So war im vergangenen Jahr der humanitäre Hilfsplan in Höhe
von 4,2 Milliarden US-Dollar nur zu 39,5 Prozent gedeckt; der
Hilfsplan für 2026 sei bislang nur zu 16 Prozent finanziert.
