Von der Leyen zu Iran-Krise: 22 Milliarden Euro mehr für Energie
13.04.2026 14:11
Gas und Öl in die EU zu importieren ist deutlich teurer geworden,
Autofahrer müssen an der Zapfstelle tief in die Tasche greifen. Die
Europäische Kommission stellt konkrete Maßnahmen in Aussicht.
Brüssel (dpa) - Der Iran-Krieg hat Europa bereits mehrere Milliarden
Euro gekostet. «Seit Beginn des Konflikts vor 44 Tagen sind unsere
Kosten für den Import fossiler Brennstoffe um über 22 Milliarden Euro
gestiegen», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in
Brüssel. «Das zeigt, welch enorme Auswirkungen diese Krise auf unsere
Wirtschaft hat.» Selbst bei einem Ende der Kämpfe wäre die
Energieversorgung aus der Golfregion noch einige Zeit unterbrochen,
sagte sie. 2025 importierte die EU insgesamt Energie im Wert von rund
340 Milliarden Euro.
In der kommenden Woche werde die Europäische Kommission konkrete
Maßnahmen zum Thema Energie vorlegen, kündigte die Politikerin an.
Die europäischen Spitzenpolitiker können sich dann bereits in den
folgenden zwei Tagen bei ihrem Treffen in Zypern dazu austauschen.
Ziel: Koordination innerhalb der EU
Wichtig sei, dass die Staaten ihre Maßnahmen gut untereinander
koordinierten. Man prüfe außerdem eine EU-weite Koordinierung der
Gaslagerbefüllung durch die Mitgliedstaaten, «um zu vermeiden, dass
viele Mitgliedstaaten gleichzeitig auf den Markt drängen und sich so
gegenseitig Konkurrenz machen». Die Staaten halten eine Gasreserve
vor, um die Versorgung zu sichern und Bürger vor hohen Energiepreisen
zu schützen. «Zudem werden wir die Freigabe von Ölvorräten
koordinieren, um eine möglichst große Wirkung dieser Maßnahmen zu
erzielen», sagte von der Leyen.
Die Mitgliedstaaten sollen außerdem vorübergehend mehr Spielraum bei
staatlichen Beihilfen bekommen, um besonders von den hohen
Energiepreisen gefährdete Haushalte und Sektoren zu unterstützen.
Dies solle möglichst noch im Laufe des Monats beschossen werden. Um
den Energiebedarf zu senken, werde es auch um Energieeffizienz gehen,
etwa die Sanierung von Gebäuden oder Erneuerung von Industrieanlagen,
kündigte die Deutsche an.
