Finnlands Ex-Ministerpräsident wird EU-Berater für die Arktis
13.04.2026 17:22
Trumps Drohung, die Arktis-Insel Grönland zum US-Territorium zu
machen, beschäftigte die EU über Wochen. Nun will sich Brüssel
strategisch neu aufstellen - und schafft dafür einen neuen Posten.
Brüssel (dpa) - Nach dem Grönland-Streit Anfang des Jahres ernennt
die EU-Kommission den ehemaligen finnischen Ministerpräsidenten Jyrki
Katainen zum Sonderberater für die Arktis. Er soll laut Mitteilung
künftig beraten, wie die EU ihre Interessen in der Region - etwa bei
wirtschaftlicher Sicherheit sowie Klima- und Energiefragen - besser
vertreten kann. Dafür soll er auch an der EU-Arktisstrategie
mitarbeiten.
«Im aktuellen geopolitischen und geoökonomischen Kontext ist die
strategische Bedeutung der Arktisregion für die EU offensichtlich»,
heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Herausforderungen und
Chancen müssten durch die Politik der EU entsprechend adressiert
werden. Katainen war bereits Vizepräsident der EU-Kommission und
davor von 2011 bis 2014 Ministerpräsident Finnlands.
Trump wollte Grönland für die USA haben
US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Jahres gedroht, die zu
Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland am liebsten den Vereinigten
Staaten einverleiben zu wollen. Seinen Besitzanspruch begründete er
mit sicherheitspolitischen Überlegungen. Nach wochenlangem Streit mit
der EU nahm Trump angedrohte Strafzölle zurück und entschärfte den
von ihm angezettelten Konflikt.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte daraufhin im
Januar angekündigt, mehr in die Arktisregion investieren zu wollen.
Die Nato erhöhte zudem ihre Militärpräsenz in der Arktis.
Auch eine andere arktische Insel könnte für die EU künftig von
größerem Interesse sein: Islands Regierung will die Bevölkerung übe
r
die Wiederaufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen
Union abstimmen lassen.
