Magyar sieht Ungarn als «verlässlichen Partner» der EU

13.04.2026 18:21

Als künftiger Regierungschef will Peter Magyar erbitterte Konflikte
mit der EU vermeiden. Damit setzt er einen Kontrapunkt zur Politik
des scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orban.

Budapest (dpa) - Der Sieger der Parlamentswahl in Ungarn, Peter
Magyar, hat sich als «verlässlichen Partner» in der EU angeboten.
«Wir werden miteinander Diskussionen haben», sagte er auf seiner
ersten Pressekonferenz nach der Wahlnacht in Budapest. Denn jedes
Mitgliedsland vertrete in der EU seine eigenen Interessen, «aber wir
gehen da nicht hin, um zu «kämpfen»», fügte er hinzu. 

Damit spielte er auf den abgewählten Ministerpräsidenten Viktor Orban
an, unter dem Ungarn auf Konfrontation zur EU ging. Mit seinem Veto
blockierte der Rechtspopulist immer wieder wichtige Entscheidungen,
etwa zur Russland- und Ukraine-Politik. Vor dem eigenen Publikum in
Ungarn pflegte Orban vor derartigen Konfrontationen in den EU-Gremien
damit zu prahlen, dass er nach Brüssel fahre, um dort für Ungarn zu
«kämpfen». 

Magyars bürgerliche Tisza-Partei hatte am Sonntag die Parlamentswahl
in Ungarn mit deutlichem Vorsprung vor Orbans Fidesz-Partei gewonnen.
Mit 138 von 199 Mandaten errang sie eine Zweidrittelmehrheit, mit der
sie auch die Verfassung ändern kann. Auf der Pressekonferenz drang
Magyar auf eine schnelle Regierungsbildung. 

Die ersten Schritte dazu liegen in den Händen von Staatspräsident
Tamas Sulyok, den 2024 das vom Fidesz dominierte Parlament ins Amt
wählte. Er muss das neue Parlament nach der rechtskräftigen
Bestätigung des Wahlergebnisses zu seiner konstituierenden Sitzung
einberufen und einen Politiker mit der Regierungsbildung beauftragen,
der möglichst eine Mehrheit in der Volksvertretung hinter sich hat. 

Magyar: Staatsoberhaupt soll demissionieren

Die konstituierende Sitzung des neuen Parlaments muss laut Verfassung
spätestens 30 Tage nach der Wahl über die Bühne gehen. Magyar
forderte Sulyok auf, nach der Erteilung des Regierungsauftrags
zurückzutreten. Das Staatsoberhaupt habe als eine von Orbans
«Marionetten» nach dem Erdrutsch-Wahlsieg der Tisza jede Legitimität

verloren.