EU einigt sich auf schärfere Regeln für Stahlimporte

14.04.2026 00:46

Die europäische Stahlindustrie hat mit viel günstiger Konkurrenz aus
Asien zu kämpfen. Einfuhrkontingente sollen helfen - und künftig noch
kleiner werden.

Brüssel (dpa) - Zum Schutz der europäischen Stahlindustrie verschärft

die EU ihre Einfuhrregeln. Vertreter der Mitgliedstaaten und des
EU-Parlaments einigten sich in der Nacht zu Dienstag darauf, dass
deutlich weniger Stahl als bisher zollfrei in die EU importiert
werden darf. Künftig ist die zollfreie Einfuhrmenge demnach auf 18,3
Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt. Das sind etwa 47 Prozent weniger
als bisher. Weitere Importe sollen laut Mitteilung der EU-Staaten
dann mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegt werden, doppelt so
viel wie bisher. 

Besonders aus China, Indien und der Türkei exportierter günstiger
Stahl macht den europäischen Herstellern zu schaffen. Die neuen
Regeln schützten den europäischen Markt vor globaler Überproduktion,

heißt es in der Mittelung. Dafür lege die Vereinbarung auch fest,
welcher Anteil des zollfreien Stahlkontingents welchem Drittstaat
zugutekommt. 

Gleichzeitig solle Flexibilität gewahrt werden. So sollen etwa nicht
ausgeschöpfte Einfuhrkontingente von einem Quartal auf das nächste
übertragen werden können. 

Die bisherige Verordnung zu den Einfuhrgesetzen läuft am 30. Juni
aus. Damit die neuen Regeln in Kraft treten können, müssen die
Mitgliedstaaten und die Parlamentarier noch formell zustimmen. Das
gilt jedoch als Formsache.