EZB mahnt Lösung im Dauerstreit um Einlagensicherung an

14.04.2026 12:28

Seit Jahren bemüht sich Europa, seinen fragmentierten Bankenmarkt
schlagkräftiger zu machen. Vorschläge liegen auf dem Tisch. Doch in
entscheidenden Fragen geht es nur zäh voran.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) dringt
angesichts des angespannten Welthandels auf den Abbau von Hürden im
europäischen Binnenmarkt. «Die Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets

sind sich einig: Der entscheidende Schritt zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit Europas ist ein echter einheitlicher
Bankenmarkt, auf dem Kapital und Liquidität grenzüberschreitend
fließen können und alle Einlagen gleichermaßen geschützt sind»,
betonte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos.

Der EZB-Rat fordere die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich
auf, die Kapitalmärkte zu vertiefen, indem sie Fortschritte bei der
Schaffung einer Spar- und Investitionsunion erzielen, wie die
Notenbank in Frankfurt mitteilte. Zudem mahnt die EZB «konkrete
Schritte zur Schaffung eines europäischen Einlagensicherungssystems
mit einem klaren Zeitplan für die Umsetzung» an. 

Seit Jahren streiten die Europäer über eine grenzübergreifende
Sicherung von Kundengeldern (European deposit insurance scheme, kurz:
Edis) als dritte Säule der europäischen Bankenunion neben gemeinsamer
Bankenaufsicht und gemeinsamer Abwicklung von Kriseninstituten.
Widerstände gibt es in Deutschland, wo es gut gefüllte Töpfe für de
n
Notfall gibt. Sparkassen und Genossenschaftsbanken hierzulande
befürchten, dass mit ihren Geldern Schieflagen von Instituten in
anderen Staaten finanziert werden.