Iran-Krieg: Europas Fluglinien fordern Notfallmaßnahmen
14.04.2026 14:19
Sorge vor Treibstoffmangel und Luftraumsperrungen: Die Folgen des
Iran-Kriegs treiben die europäischen Fluggesellschaften um. Sie
wenden sich mit klaren Forderungen an Brüssel.
Brüssel (dpa) - Aus Sorge vor Kerosin-Knappheit und weiteren Folgen
des Irankriegs fordern europäische Fluggesellschaften
Notfallmaßnahmen von der EU-Kommission. So spricht sich der Verband
Airlines for Europe (A4E) dafür aus, die Verfügbarkeit von Kerosin
auf EU-Ebene mit direkten Informationen von den Lieferanten zu
überwachen, wie er der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zuvor
hatten mehrere Medien berichtet.
Darüber hinaus setzt sich der Verband für finanzielle Entlastung ein:
Er will etwa eine vorübergehende Aussetzung des
Treibhausgashandelssystems und eine Abschaffung der
Luftverkehrsteuern. Beim EU-Emissionshandelssystem (ETS) müssen
Fluglinien Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase
erwerben.
Außerdem fordert der Verband rechtliche Klarheit und Sicherheit bei
bestehender Gesetzgebung, etwa hinsichtlich der sogenannten Slots.
Diese Zeitfenster zum Starten und Landen muss eine Fluggesellschaft
an beliebten Flughäfen nutzen, um sie zu behalten. Der Verband
spricht sich unter anderem dafür aus, dass durch Luftraumsperrungen
infolge des Konflikts die nicht wahrnehmbaren Slots nicht als
ungenutzt gelten.
Weiterhin bringt der Verband Vorschriften zur Mindestbevorratung von
Flugtreibstoff und einen gemeinsamen Kerosineinkauf auf EU-Ebene ins
Spiel. «Dies sind vorübergehende Maßnahmen, um uns durch die aktuelle
Situation zu bringen, sowie längerfristige Planungen, um für die
Zukunft vorbereitet zu sein», sagte Geschäftsführerin Ourania
Georgoutsakou. Viele große Fluggesellschaften sind Mitglied des
Verbands, etwa die Lufthansa, Air France oder Ryanair.
Flughafenverband sieht spätestens in drei Wochen Probleme
Auch der europäische Flughafenverband ACI Europe sorgt sich um die
Kerosinversorgung. Wenn der Transit durch die Straße von Hormus nicht
innerhalb der nächsten drei Wochen «in nennenswertem und stabilem
Umfang» wieder aufgenommen werde, gehe man derzeit davon aus, dass
eine Knappheit von Flugtreibstoff in der EU Realität werden dürfte,
ging vergangene Woche aus einem Schreiben hervor.
Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, derzeit gebe es keine
Hinweise auf Treibstoffknappheit in der Europäischen Union - aber
Versorgungsprobleme könnten bald auftreten. «Wir koordinieren uns
aktuell sehr, sehr eng mit unseren Mitgliedstaaten und der
Industrie», so die Sprecherin.
