Litauen erhofft nach Ungarn-Wahl Freigabe von Ukraine-Hilfe

14.04.2026 14:27

Die Ukraine wartet dringend auf ein neues
Milliarden-Unterstützungspaket der EU. Doch bislang sperrte sich
Ungarn gegen die Hilfe. Litauen fordert nun ein Ende der
Blockadehaltung.

Vilnius (dpa) - Litauen dringt nach dem Wahlsieg des ungarischen
Oppositionsführers Peter Magyar auf eine schnelle Freigabe des von
dem Land bislang blockierten 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU für
die Ukraine. «Alle erwarten von Ungarn, dass diese wichtigen
Entscheidungen endlich umgesetzt werden», sagte Außenminister
Kestutis Budrys im litauischen Radio. «Das ist keine hohe Messlatte,
sondern das absolute Minimum». Auch forderte der Chefdiplomat des
baltischen EU- und Nato-Landes Ungarn auf, seinen Widerstand gegen
bereits vereinbarte Maßnahmen aufzugeben, etwa für ein neues EU-Paket
mit Militärhilfen für die von Russland angegriffene Ukraine.

Ungarn stand in der Vergangenheit immer wieder wegen Blockaden in der
EU-Außenpolitik in der Kritik. Der bisherige Regierungschef Viktor
Orban hatte mehrfach europäische Hilfen für die Ukraine ausgebremst -
zum großen Unmut von Litauen. Der Baltenstaat ist ein enger Partner
und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren
gegen eine russische Invasion wehrt.

«In den allermeisten Fällen, in denen es uns als Europäische Union
nicht gelungen ist, eine einheitliche Position zu finden, lag das an
einem ungarischen Veto», sagte Budrys. Dies müsse aufhören und sei
keine überzogene Haltung, sondern schlichtweg das, was andere
EU-Mitgliedstaaten erwarten. Zugleich räumte der litauische Minister
ein, dass der politische Kurswechsel nicht direkt nach den
ungarischen Wahlen erfolge, sondern wahrscheinlich Zeit brauche.