Merz: Iran-Krieg trifft Afrika noch härter als uns

14.04.2026 19:11

Beim Treffen des Kanzlers mit dem Präsidenten der Afrikanischen Union
geht es um die Folgen des Iran-Kriegs für den Kontinent. Aber auch um
die weltweit größte humanitäre Katastrophe im Sudan.

Berlin (dpa) - Kanzler Friedrich Merz hat Afrika Unterstützung im
Kampf gegen die Folgen des Iran-Krieges zugesagt. Die Zerstörung
zentraler Infrastruktur in den Golfstaaten durch den Iran habe
direkte Auswirkungen auf die Versorgung mit Öl und Treibstoffen in
Afrika, auch die Produktion von Düngemitteln sei betroffen, sagte der
CDU-Chef in Berlin bei einem Treffen mit dem Präsidenten der
Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf. 

Die Folgen des Iran-Krieges träfen Afrika «wegen seiner engen
Handelsbeziehungen mit dem Nahen und Mittleren Osten noch härter als
uns», sagte Merz. Es drohten Inflation, Ernteausfälle und
Nahrungsmittelknappheit. Es gehe darum, wie Deutschland und Europa
afrikanische Länder unterstützen könnten, wirtschaftlich und
energetisch unabhängiger zu werden.

Vor der internationalen Sudan-Konferenz in Berlin an diesem Mittwoch
betonte Merz, Deutschland unterstütze alle Bemühungen für einen
Waffenstillstand. Bei der größten humanitären Krise der Gegenwart,
dem Bürgerkrieg im Sudan, litten über 20 Millionen Menschen an Hunger
- fast die Hälfte der Bevölkerung. Deutschland zähle zu den größt
en
Gebern der humanitären Hilfe und unterstütze alle Bemühungen der USA,

Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens um
einen Waffenstillstand.

AU-Präsident: Leid der Menschen nicht aus den Augen verlieren

Youssouf sagte, wenn die ganze Welt sich auf die Ukraine, den Iran
und andere Krisen konzentriere, sei es begrüßenswert, dass
Deutschland mit der Konferenz dafür sorge, dass «wir das Leid der
Menschen im Sudan nicht aus den Augen verlieren». Die Afrikanische
Union werde sich in den Friedensdialog einbringen. Der Sudan dürfe
nicht seinem Schicksal überlassen werde. 

Zentrale Ziele der im Jahr 2002 gegründeten Regionalorganisation AU
sind Frieden, Sicherheit, Entwicklung, Demokratisierung und der
Schutz der Menschenrechte. Bei Kriegsverbrechen oder Genoziden hat
die Organisation ein Interventionsrecht. Die AU umfasst alle 54
afrikanischen Staaten und Westsahara. Gegründet wurde die Union, um
die politische und wirtschaftliche Integration Afrikas
voranzutreiben. Im September 2023 wurde die Organisation vollwertiges
Mitglied in der G20-Runde der führenden Wirtschaftsmächte.