Mehr Anstrengungen zum Schutz von Zivilisten im Sudan gefordert
15.04.2026 01:00
Hunger, Vertreibung, zerstörte Schulen und Krankenhäuser: Der Krieg
im Sudan trifft auch viele Kinder. Save the Children fordert vor der
Berliner Sudan-Konferenz mehr Schutz für sie.
Berlin (dpa) - Vor der dritten internationalen Sudan-Konferenz hat
der Geschäftsführer von Save the Children Deutschland, Florian
Westphal, deutlich höhere Anstrengungen für den Schutz der
Zivilbevölkerung gefordert. «Es scheint, als würde die Welt dieser
Krise tatenlos zusehen, anstatt aktiv dagegen vorzugehen», sagte der
Vertreter der Kinderschutzorganisation. «Diese Konferenz darf nicht
wieder nur eine leere Worthülse sein, die keine wirklichen
Fortschritte bringt.»
Westphal verwies auf einen UN-Bericht, dem zufolge allein im
vergangenen Jahr mehr als 1.300 Kinder im Sudan getötet oder
verstümmelt worden seien. Mehr als 190 Kinder wurden diesem Bericht
zufolge vergewaltigt oder Opfer sexueller Gewalt. «Und diese Zahlen
sind nur die Spitze des Eisbergs, da viele der an Kindern begangenen
Verbrechen nicht dokumentiert sind», betonte er.
«Das Problem ist nicht, dass die Krise im Sudan unbekannt ist», sagte
Westphal. «Das Problem ist, dass nicht genug getan wird, um ihr zu
begegnen.» Auf der heute von der Bundesregierung, den USA,
Großbritannien, Frankreich sowie von Europäischer und Afrikanischer
Union ausgerichteten Konferenz soll es auch um Hilfszusagen gehen.
Nach UN-Angaben sind für das Jahr 2026 bislang nur rund 16 Prozent
der benötigten Mittel gedeckt.
