UN-Gesandter appelliert für humanitäre Waffenruhe im Sudan
15.04.2026 11:40
In Berlin geht es am dritten Jahrestag des Bürgerkriegs im Sudan um
diplomatische Initiativen und humanitäre Hilfe für die Menschen. Die
Kriegsgegner sind nicht angereist.
Berlin (dpa) - Vor Beginn der dritten internationalen Sudan-Konferenz
in Berlin hat der UN-Gesandte für den Sudan eine humanitäre
Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland gefordert. «So könnten humanitär
e
Organisationen die Menschen im Sudan mit Hilfe versorgen und dieser
Krieg, bei dem Drohnen eingesetzt werden, beendet werden», sagte
Pekka Haavisto.
Haavisto sprach von einem «wirklich erschreckenden Bürgerkrieg». Die
Konferenz in Berlin sei «ein wichtiges Treffen für die internationale
Gemeinschaft, die dem Sudan humanitäre Hilfe leisten und diesen
Krieg, der schon so lange andauert, beenden will».
Der Bürgerkrieg im drittgrößten Land Afrikas begann am 15. April
2023. Seit drei Jahren kämpfen die sudanesische Regierungsarmee SAF
von De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und die Miliz RSF
unter Mohamed Hamdan Daglo erbittert um die Vorherrschaft im Land.
Haavisto sagte, er habe vor seiner Ankunft in Berlin in Sudans
Hauptstadt Khartum al-Burhan und in Kenias Hauptstadt Nairobi dessen
Kontrahenten Daglo getroffen. Weder al-Burhan noch Daglo nehmen an
der Konferenz teil.
An der internationalen Konferenz drei Jahre nach Beginn des
Bürgerkriegs im Sudan nehmen Spitzenpolitiker aus Europa und Afrika
sowie Vertreter ziviler Gruppen einen neuen Anlauf hin zu einer
Friedenslösung für den blutigen Konflikt. Sie soll auch dafür sorgen,
dass die laut UN aktuell größte humanitäre Krise weltweit angesichts
der Kriege im Iran und der Ukraine nicht aus dem Blick der
Öffentlichkeit gerät.
