EU droht Meta wegen WhatsApp-KI mit Zwangsmaßnahmen

15.04.2026 15:27

Messenger-Marktführer WhatsApp lässt laut EU-Kommission nur eine
Künstliche Intelligenz zu: «Meta AI». Das verstößt aus Brüssele
r
Sicht gegen EU-Recht. Dem US-Konzern Meta drohen Zwangsmaßnahmen.

Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission setzt den WhatsApp-Konzern
Meta weiter unter Druck. Hintergrund ist, dass Meta nach Angaben der
Brüsseler Behörde nur dem eigenen KI-Assistenten Zugang zum
Messenger-Dienst WhatsApp gibt und damit nach vorläufigen Ergebnissen
gegen Wettbewerbsrecht verstößt.

Die Wettbewerbshüter drohen dem Konzern deshalb nun erneut mit
einstweiligen Maßnahmen, um «schweren und irreparablen Schaden für
den Markt» zu verhindern. Meta könnte zuvor noch versuchen, dies
abzuwenden. Zudem ist die laufende Untersuchung in dem Fall noch
nicht endgültig abgeschlossen. Bis wann die Ermittlungen beendet
sind, bleibt unklar - eine gesetzliche Frist gibt es nicht.

Nur «Meta AI» als Helfer

Die EU-Kommission untersucht den Fall seit Dezember 2025. Der
US-Konzern hatte demnach im Oktober 2025 angekündigt,
Konkurrenz-Anbieter von KI faktisch von seinem Messenger-Dienst
auszuschließen - und macht dies aus EU-Sicht trotz der laufenden
Untersuchung seit Mitte Januar 2026. 

Das Vorgehen führt laut EU-Kommission dazu, dass für Nutzerinnen und
Nutzer nur Metas eigene KI («Meta AI») zur Verfügung stehe. Der
KI-Chatbot kann Texte zusammenfassen, übersetzen, erstellen sowie
Fragen beantworten und nutzt dabei auch aktuelle Informationen aus
dem Internet. Er funktioniert ähnlich wie etwa ChatGPT, Gemini und
andere KI-Modelle. Wer die KI nutzen möchte, kann dafür in der App
einen Chat mit ihr starten. 

EU: Angekündigte Änderungen reichen nicht

Anfang Februar hatte die Behörde Meta bereits damit gedroht, den
Zugang für Konkurrenten auf dem KI-Markt mit Zwangsmaßnahmen
wiederherzustellen. Meta kündigte daraufhin Anfang März Änderungen
an. Doch diese kämen faktisch dem bisherigen Zugangsverbot gleich,
schreibt die EU-Kommission nun. Die nun angekündigten einstweiligen
Maßnahmen würden so lange in Kraft bleiben, bis die Kommission ihre
Untersuchung abgeschlossen und eine endgültige Entscheidung über das
Verhalten von Meta getroffen hat, teilte sie mit.

Die EU-Kommission wacht in der EU über die Einhaltung des
Wettbewerbsrechts. Wie genau sie vorgehen würde, um den Konkurrenten
von Meta Zugang zu WhatsApp zu gewähren, blieb zunächst unklar. 

Meta: Viele KI-Optionen

Ein Sprecher von Meta hatte im Februar mitgeteilt, es gebe keinen
Grund für die EU, einzugreifen. «Es gibt viele KI-Optionen, die über

App-Stores, Betriebssysteme, Geräte, Websites und
Industriepartnerschaften genutzt werden können», argumentierte der
Sprecher. Die EU-Kommission gehe fälschlicherweise davon aus, dass
die Schnittstelle bei WhatsApp ein wichtiger Vertriebskanal für diese
Chatbots sei.

Gegen den Facebook-Konzern Meta laufen bereits Verfahren der EU wegen
Verstößen gegen europäische Digitalgesetze. Ihm drohten etwa wegen
mangelnder Datentransparenz und dem Umgang mit illegalen Inhalten auf
seinen Plattformen hohe Geldstrafen, hatte die Kommission Ende
Oktober mitgeteilt.