Wadephul: 1,3 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe im Sudan

15.04.2026 17:34

Bei der Sudan-Konferenz in Berlin geht es angesichts der Kriege im
Iran und der Ukraine auch um die weitere Unterstützung im Kampf gegen
die menschliche Katastrophe im drittgrößten afrikanischen Land.

Berlin (dpa) - Die Geberländer auf der dritten internationalen
Sudan-Konferenz in Berlin wollen für das laufende Jahr mehr als 1,3
Milliarden Euro für humanitäre Hilfe in dem Bürgerkriegsland
bereitstellen. Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach am Rande
der Konferenz in «einer Welt schrumpfender humanitärer Mittel» von
einem guten Zeichen. Es helfe, «das Leid der Menschen im Sudan ein
wenig zu lindern» und Leben zu retten. Die Geber zeigten auch, «dass
dieser Konflikt nicht vergessen ist».

Deutschland stockt seine Sudan-Hilfe laut Wadephul um insgesamt mehr
als 230 Millionen Euro auf - darunter sind auch Mittel in Höhe von 20
Millionen Euro aus dem Entwicklungsministerium von Ministerin Reem
Alabali Radovan (SPD). Die Bundesrepublik gehe damit als einer der
größten Unterstützer der humanitären Hilfe für die Menschen im Su
dan
voraus. Auf der Berliner Konferenz gehe es um das grundsätzlichste
Ziel überhaupt - um Menschlichkeit betonte Wadephul angesichts des
Ausmaßes der humanitären Krise im Sudan.

Der Minister schloss sich der Forderung von
UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk nach einem Waffenembargo gegen
den gesamten Sudan an. Die Vereinten Nationen hätten bereits ein
entsprechendes Embargo beschlossen. «Das Problem dabei ist, wie
insgesamt in diesem Konflikt, wie setzt man das praktisch um», fügte
der Bundesaußenminister aber hinzu. 

In dem drittgrößten afrikanischen Land herrscht seit genau drei
Jahren ein blutiger Bürgerkrieg, der nach UN-Angaben die größte
humanitäre Krise auf der Welt auslöste. Derzeit sind mehr als 11,6
Millionen Menschen auf der Flucht im Sudan und den Nachbarländern,
mehr als 19 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht. Nach
UN-Angaben war die Finanzierung der humanitären Hilfe für den Sudan
in diesem Jahr bisher nur zu 16 Prozent gesichert.